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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

17. Dezember 2017 | 01:38 Uhr

Wismar : Dampfschau im Phantechnikum

vom

Modellbauer haben in Wismar detailreiche Nachbauten von Dampfschiffen präsentiert. Zahlreiche Besucher sahen die Raritäten im Phantechnikum.

svz.de von
erstellt am 26.Dez.2012 | 07:59 Uhr

Wismar | "Wenn ich wollte, könnte ich jetzt mal richtig Dampf ablassen - im positiven Sinne per Schiffssirene", sagt Peter Janzowski, mit leichtem Augenzwinkern, nachdem er vor dem Rest des Satzes eine kleine Pause ließ. Wenn ja, würde der 71-jährige Hobbymodellbauer aus Hamburg Bergedorf über seine Modellboot-Funkfernsteuerung diesen Befehl geben. Als Folge hätte seine Dampfbarkasse "Dagmar" mit einem schrillen Pfiff die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. "Das lassen wir dann lieber", entschied er mit Blick zu den sehr sensiblen Sensoren des Rauchmelde systems genau über ihm, um eine mögliche Alarmauslösung zu verhindern.

So blieb die Gasflamme unter dem Mini-Kessel des Dampfantriebes, nachempfunden dem Original vor etwa 110 Jahren, erloschen. Stattdessen setzte er Geräuschmodule mit maritimen Melodien in Betrieb und ließ die Hei zerfigur im Vorschiff eine beleuchtete Laterne schwenken. "Als Vorläufer der heutigen Privatyachten waren das damals bereits Luxusschiffe, wenn auch noch mit kohleschippendem Personal", erklärt er gern interessierten Besuchern während des ersten Dampfmaschinenmodell-Treffens im Phantechnikum.

Werner Möller aus Hagenow (73) ließ den Propangastank seines mehr als 1,10 Meter langen Dampfschleppers sicherheitshalber gleich zu Hause. An der Schleppernachbildung, wie es sie um 1900 im Hamburger Hafengebiet gab, bastelt er seit drei Jahren. "Richtig fertig bin ich immer noch nicht", bekennt der gestandene Modellbauer und Maschinenbau-Ingenieur im Ruhestand. Allein die feinen und winzigen Details der historischen Technik beeindrucken. Ihm geht es weiterhin darum, den Sicherheitsstandard des unter Dampf stehenden Antriebs zu erhöhen.

Keine Probleme mit eventuellen Alarmauslösungen hatte Uwe Pünjer. Der Mechanikermeister im Ruhestand aus dem Landkreis Harburg brachte gleich 13 und in der Größe sehr überschaubare Exponate mit. Der Clou: Seine selbst gefertigten Unikate werden durch Vakuum Motoren angetrieben. Hingucker sind die in Perfektion umgesetzten Entwürfe aus Edelstahl und Legierungen in die Praxis. Eine kaum sichtbare Spiritusflamme erhitzt Luft in einem Verdrängerzylinder. Die sich ausdehnende Heißluft betreibt einen Arbeitskolben und wird einem Kreislauf gleich, abgekühlt wieder zurückgeführt. "Statt Dampf nutze ich nur heiße Luft, das gab diesem Prinzip einst den Namen Flammenfresser", erklärt der Spezialist für filigrane Metallbearbeitung, der früher in der Büromaschinenherstellung tätig war.

"Leider sagten verschiedene Akteure wegen der unsicheren Wetterlage kurzfristig ab, so blieb es bei nur sechs Ausstellern", bedauerte Norbert Bur meister. Der Wismarer Modellbauer organisierte diese Premierenveranstaltung im neuen Haus und unterstützt zudem mit fachlicher Kompetenz und guten Kontakten die Modellbausparte im Phantechnikum. Die Besucherzahlen schnellten an diesem Tag dennoch in die Höhe. "Insgesamt kann man die große Schau im Phantechnikum sehr empfehlen", zeigte sich Besucher Matthias Luschnat aus Neu Vitense bei Rehna anerkennend. Mit seiner Frau Grit und den Söhnen Markus und Daniel plante er den Ausflug zielgerichtet nach Wismar. "Es ist schön hier, da ist für alle Altersgruppen etwas dabei", fand Eicke Rudloff von der Insel Poel. Denn das Ehepaar hatte die Enkelsöhne Timm und Rudi mit dabei. Einig waren sich die Aussteller darüber, dass es für ihre Präsentation kaum einen attraktiveren Ort geben könne. Denn die kleine Schau auf der Galerie der Lufthalle fand in unmittelbarer Nähe zur Dampfmaschinengeschichte von Mecklenburg statt.

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