Behältertechnik aus Selmsdorf : Dänen setzen auf Müllsysteme aus MV

Nicole Scherdin von der Engels Behältertechnik GmbH in Selmsdorf prüft eine Einwurfshaube für ein Abfallsystem.
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Nicole Scherdin von der Engels Behältertechnik GmbH in Selmsdorf prüft eine Einwurfshaube für ein Abfallsystem.

In dem Königreich installieren immer mehr Kommunen Unterflursysteme aus Stahl. Auch im Freistaat Bayern und in den französischen Alpen sind sie zu finden

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19. Januar 2018, 20:45 Uhr

Einen Rekordumsatz hat der Hersteller unterirdischer Müllbehältersysteme mit Sitz in Selmsdorf erzielt. So setzte die Engels Behältertechnik GmbH im vergangenen Jahr 2,7 Millionen Euro um. Diese Zahl nannte Matthias Schuldt von der Engels Behältertechnik GmbH der SVZ.

Vor allem in Dänemark wissen Kommunen die Unterflursysteme zu schätzen. „Nachdem wir vor drei Jahren die dänische Kommune Horsens komplett damit ausgestattet haben, ziehen in dem Königreich immer mehr Gemeinden nach“, so Schuldt. Die Vorteile für ein solches System bestünden nicht nur in der Optik, sondern auch in dem geringen Flächenbedarf. So werden die 3,70 Meter hohen Stahlbehälter nahezu vollständig in einer Erdhülse aus Beton versenkt. Heraus rage nur noch eine Säule mit speziell gesicherter Einwurföffnung.

Die dänische Lösungmit Produkten aus MV: Die Firma Engels stattete die Kommune mit diesen Unterflursystemen aus.
Engels
Die dänische Lösungmit Produkten aus MV: Die Firma Engels stattete die Kommune mit diesen Unterflursystemen aus.   Foto: Engels
 

Dass dieses Unterflursystem in Nordwestmecklenburg bislang nur in wenigen Kommunen genutzt wird, hat vor allem einen Grund: Entsorgungsunternehmen müssen alle paar Jahre im Zuge von Neuausschreibungen damit rechnen, dass Mitbewerber den Zuschlag für die künftige Entsorgungsleistungen erhalten. Im Falle einer Ausschreibungsniederlage müssten sie ihre Unterflursysteme dann wieder zurückbauen. Und das scheint wenig lukrativ zu sein. Also stehen nach wie vor mehrere Iglu-Behälter an Sammelplätzen herum bzw. werden aktuell im Zuge eines Entsorgerwechsels wieder ausgetauscht.

„In anderen Ländern wie in Dänemark ist es hingegen so, dass die Kommunen die Unterflursysteme für die langfristige Nutzung kaufen und Entsorgungsunternehmen lediglich mit dem Leeren der unterirdischen Müllbehälter beauftragt werden. Es ist also völlig egal, wer bei Ausschreibungen zur Müllentsorgung den Zuschlag erhält“, verdeutlicht Matthias Schuldt von der Engels Behältertechnik GmbH.

Inzwischen hat auch der Freistaat Bayern erkannt, dass im Norden der Bundesrepublik durchaus pfiffige Abfalllösungen entwickelt werden. Die Folge: An mehreren bayerischen Parkplätzen wurden mittlerweile Unterflursysteme aus Mecklenburg installiert. Diese können Autofahrer übrigens auch schon an Parkplätzen in den französischen Alpen nutzen. Bis zu 5000 Liter Müll passen in die Unterflursysteme, die auch Lärmisolierung aufweisen können.



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