Gadebusch : Circus Werona ringt um Akzeptanz

Artistin Eileen Sperlich hofft, dass reichlich Zuschauer die Vorstellungen besuchen.  Fotos: Peter Täufel
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Artistin Eileen Sperlich hofft, dass reichlich Zuschauer die Vorstellungen besuchen. Fotos: Peter Täufel

Drei Tage sind die Artisten mit einigen Tieren zu Gast in der Münzstadt und hoffen auf zahlreiche Besucher ihrer Vorstellungen

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16. November 2017, 04:45 Uhr

„Wenn der Zirkus kommt in uns're kleine Stadt, dann gibt es Tag und Nacht so viel zu seh'n. Wenn der Zirkus kommt, beginnt die große Schau, die bunten Wagen und Zelt, ja, das ist meine Welt, das Zirkusleben ist so wunderschön“, heißt es in einem Schlager der italienischen Sängerin Rita Pavone.

Doch diese Zeiten sind lange vorbei. „Noch vor zehn Jahren sind die Kinder in Scharen gekommen, wenn wir aufgebaut haben, wollten schon mal einen Blick auf die Tiere erhaschen. Heutzutage lässt sich kein Kind mehr sehen“, erzählt Eileen Sperlich betrübt. Die Schwiegertochter von Circus Werona-Chef, Mario Sperlich tritt als Hula Hoop-Tänzerin in der Manege auf. Sie hofft, dass trotzdem möglichst viele Besucher in das im Durchmesser 24 Meter große und 450 Personen fassende Zelt des Circus Werona kommen. Nur drei Vorstellungen wird es geben: Am Freitag und Sonnabend jeweils um 16 Uhr, am Sonntag bereits um 14 Uhr.

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Zu sehen gibt es nach Aussage von Eileen Sperlich einiges in dem eineinhalbstündigen Programm plus Pause: Feuerschlucker, Seiltänzer, Clowns, verschiedene Kamel- und Pferdenummern, eine Schlangentänzerin mit einer Tigerpython – und natürlich die Hula Hoop-Nummer der jungen Frau, bei der am Ende mehr als 30 Reifen um die Hüften kreisen. „Und wir haben Anna, Elsa und Schneemann Olaf von Walt Disneys ,Die Eiskönigin’ zu Gast“, verrät Eileen Sperlich.

Seit der Diskussion um die Haltung und Dressur von Wildtieren und Exoten in Zirkussen ist die Akzeptanz bei vielen Menschen für diese Form der Unterhaltung noch weiter zurückgegangen. Das daraus folgende Verbot, das Zirkuslager mit solchen Tieren auf öffentlichem Gelände aufzuschlagen, das einige Städte nun erlassen haben, bekam auch der Circus Werona bereits am eigenen Leib zu spüren (die SVZ berichtete seinerzeit): Im September vergangenen Jahres musste der Zirkus in Schwerin wegen seiner Kamele auf ein Privatgelände ausweichen, durfte nicht auf den Festplatz nach Krebsförden. Zirkusdirektor Mario Sperlich sagte damals zur SVZ: „Ein Kamel ist kein Wildtier, sondern ein bereits seit Jahrhunderten domestizierter Lastenträger und damit Nutztier.“

Doch im Beschluss der Stadtvertreter vom Januar 2016 ist ganz konkret definiert: „Hierunter fallen insbesondere Affen, antilopenartige Tiere, Amphibien, Bären, Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Greifvögel, Kamele und Kamelartige, Kängurus, Krokodile, Nashörner, Raubkatzen, Reptilien, Robben, Strauße und Zebras.“ Laut Aussage von Eileen Sperlich sei dies aber bisher der einzige Fall gewesen, dass ihnen eine Stadt ihre Flächen verweigert hat.

Dennoch: „Mittlerweile gibt es zahlreiche Eltern die ihren Kindern erzählen, dass Tiere generell nicht in den Zirkus gehören“, berichtet die Artistin. Dabei käme es doch vor allem darauf an, wie ein Tier gehalten und mit ihnen umgegangen wird. Der Circus Werona sei darauf bedacht, seinen acht Kamelen, vier Friesen- und sieben Araberpferden, den sechs Mini-Ponys sowie dem Kaltblutpferd immer optimale Bedingungen zu schaffen. „Wir schaffen es fast immer, die Tiere auf einer Koppel laufen zu lassen“, so Eileen Sperlich.

Nach dem dreitägigen Gastspiel in Gadebusch zieht der Circus Werona weiter nach Wismar. In der Hansestadt wollen die sieben Artisten in diesem Jahr den Weihnachtszirkus geben. Von Heiligabend bis Silvester werden sie dort ihre Vorstellungen geben.

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