Chef schließt technischen Defekt aus

Mit schwerem Gerät wird die abgebrannte Halle geräumt. 500 Tonnen Abfälle  müssen  in einer Hamburger Müllverbrennungsanlage entsorgt werden. Michael Schmidt
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Mit schwerem Gerät wird die abgebrannte Halle geräumt. 500 Tonnen Abfälle müssen in einer Hamburger Müllverbrennungsanlage entsorgt werden. Michael Schmidt

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21. Mai 2013, 05:43 Uhr

Rosenhagen | Nach dem Feuer auf dem Recyclinghof bei Rosenhagen verdichten sich die Anzeichen für eine mögliche Brandstiftung. "Wir können einen tech nischen Defekt ausschließen", sagt Thilo Gollan, Geschäftsführer der gleichnamigen Reycling GmbH in Rosenhagen. Er stuft die Schadenshöhe inzwischen auf 700 000 Euro ein. Allein eine tech nische Spezialanlage, die in der Halle erst seit etwa 600 Stunden im Einsatz gewesen sei, hatte einen Wert von 400 000 Euro. "Der Verlust dieser Anlage ist für uns ein Riesenschaden. Glücklicherweise wurden keine Personen verletzt. Unsere Sortiertechnik ist erhalten geblieben", macht Gollan klar.

In etwa einer Woche will das Unternehmen den Betrieb am Standort Rosenhagen wieder aufnehmen. "Wir wollen dann so schnell es geht wieder eine neue Halle aufbauen. Die alte, 40 Meter lange und 25 Meter breite Halle war 20 Jahre alt", so Gollan. Die bis zu 60 Mitarbeiter am Standort Rosenhagen bräuchten nicht um ihre Arbeitsplätze bangen. Viele von ihnen waren nach Brandausbruch nach Rosenhagen geeilt und halfen, wo sie konnten. "Eigentlich hat uns das nur noch ein Stück mehr zusammengeschweißt", so Gollan.

Die Suche nach der genauen Brandur sache läuft auf Hochtouren. Kripo-Beamte und Brandsachverständige sind in Rosenhagen vor Ort, suchen in der Brandruine nach Hinweisen.

Jede Menge Arbeit kommt auf die Mitarbeiter des Unternehmens zu. 500 Tonnen Abfälle, die durchsortiert werden sollten, müssen nach dem Brand teuer entsorgt werden. Etwa 30 Lkw-Ladungen müssen dafür in eine Hamburger Müllverbrennungsanlage transportiert werden.

Das Feuer auf dem Recyclinghof war am Sonntag gegen 18.30 Uhr bemerkt worden, eine Brandschutzanlage schlug Alarm. Spätestens nach einer halbe Stunde war jedoch klar, dass die Halle nicht mehr zu retten gewesen sei. Geschäftsführer Gollan: "Ich bin trotzdem stolz auf das, was die Feuerwehrleute und auch unsere Werksfeuerwehr geleistet haben. Bei Anwohnern möchte ich im Falle von Beeinträchtigungen um Verständnis und etwas Geduld bitten." Die Polizei weist Autofahrer darauf hin, dass Glutnester noch Kleinbrände verursachen können. Somit könne es zu kurzfristigen Rauchentwicklungen und auch zu Sehbehinderungen auf der B 104 in dem Bereich kommen.

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