Verärgerte Bürger : Chaos an den Glascontainern

Scherben und Abfall: In Wedendorf warten die Bürger auf die „Nachlese“.
Scherben und Abfall: In Wedendorf warten die Bürger auf die „Nachlese“.

Defekte Behälter sorgen für Scherbenhaufen. Bürger aus Demern und Wedendorf warten auf „Nachlese“ durch Entsorgungsfirma

von
29. März 2014, 05:00 Uhr

Scherben bringen Glück, heißt es im Volksmund. In Demern und Wedendorf sehen die Bürger die jüngsten „Polterabende“ eher außer der Reihe und vor allem als Belastung. Konkret dreht es sich um die Containerstandorte mit Glasbehältern. Die werden im Auftrag des Dualen System Deutschlands vom Unternehmen Veolia Umweltservice Nord-Ost GmbH in Wismar entleert. Problem: „Wenn die Glasbehälter gehoben werden, fallen die Glasflaschen heraus“, sagt Ernst Adam aus Demern.

Was bleibt, ist ein Scherbenhaufen. Drei Wochen nach dem Vorfall hätte das Unternehmen dann die defekten Behälter getauscht. „Die Flaschen und Scherben hat niemand eingesammelt“, so Adam. Die Bürger selbst hätten angepackt und den Sammelplatz aufgeräumt. Adam machte seinem Ärger am „heißen Draht“ der SVZ Luft. Die Redaktion hakt nach: Veolia räumte gestern gegenüber der SVZ „Probleme mit den Glasbehältern“ ein und versprach Besserung.

Darauf hoffen seit Donnerstag auch die Wedendorfer. Sie sind über den momentanen Zustand nicht weniger verärgert. Ihr Sammelplatz an der Feuerwehr gleicht einer wilden Müllkippe.

Folglich klingelt beim Ordnungsamt in Rehna dieser Tage häufiger das Telefon. „Die Problematik ist uns bekannt. Wir melden den Verantwortlichen beim Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises die betroffenen Standorte“, sagt Ordnungsamtsmitarbeiter Martin Kalugin. Nach seinen Einschätzungen liegen die Entsorgungszeiten einiger Standorte mit vier - statt zweiwöchigem Rhythmus zu weit auseinander. „In solch einem Fall ist Überfüllung vorprogrammiert“, so Kalugin.

Sämtliche Beschwerden aus Rehna, Gadebusch, Lützow, Klütz und Grevesmühlen laufen bei Norbert Frenz auf, dem stellvertretenden Betriebsleiter des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebes. Gern würde er direkt einwirken, erzählt er, aber: „Die Glasentsorgung liegt nicht in unseren Händen, aber wir halten engen Kontakt mit der vom Dualen System beauftragten Entsorgungsfirma.“ Probleme treten immer mal auf, aber die Angelegenheiten mit den Containern und Scherben, die häufen sich.

Im Hause der Veolia Umweltservice Nord-Ost GmbH in Wismar gehören die Telefonate mit Norbert Frenz zu den wöchentlichen Aufgaben. Carola Albert, Disponentin bei Veolia, kennt die Probleme und erläutert auf Anfrage die Situation: „Die Behälter sind veraltet. Insbesondere die Kettensysteme sind korrodiert.“ Sämtliche Behälter habe das Unternehmen vom Vorgänger „Alba“ angemietet. Solch ein Mietsystem mache grundsätzlich Sinn, damit bei einem Auftragnehmerwechsel nicht immer sämtliche Behälter neu angeschafft werden müssen. Im Fall von Demern und Wedendorf wurde das Unternehmen Alba mit der „Nachlese“ beauftragt. Die funktioniert allerdings nicht immer auf den Tag genau. Das Unternehmen war gestern nicht erreichbar.

In den zurückliegenden zwei Wochen haben sich nach Angaben des Entsorgungsbetriebes in Wismar die Probleme mit den Behältern verstärkt. „Der momentane Zustand ist für uns unbefriedigend. Es liegt an uns, Druck zu machen. Wir versuchen auf das Unternehmen Alba einzuwirken“, sagt Carola Albert. Vertraglich sei das Unternehmen aus Schwerin auch für die Erneuerung der Behälter zuständig.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen