Perlin : Bushaltestellen in üblem Zustand

Haltestelle Perlin Neubau: Es gibt angenehmere Orte, um auf seinen Bus zu warten.
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Haltestelle Perlin Neubau: Es gibt angenehmere Orte, um auf seinen Bus zu warten.

Schmierereien, Müll, fehlende Beleuchtung, fehlerhafte Ausschilderung, fehlende Barrierefreiheit: Gemeinden sind gefordert

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09. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die grüne Farbe an der Außenfassade hat schon bessere Zeiten erlebt, das Braun im Inneren des windschiefen, hölzernen Buswartehäuschens ebenfalls. Schmierereien verunstalten den Bau, Silvester-Müll wohin man schaut, der Wind pfeift durch die knöchelhohe Lücke in einer Außenwand. Die Bushaltestelle Perlin Neubau ist alles andere als ein Ort, an dem man gern auf seinen Bus wartet. Ein echter Problemfall. Aber nur einer von vielen im Nordwestkreis.

„Den ersten Eindruck, den unser Kunde vom ÖPNV in Nordwestmecklenburg bekommt, ist die Haltestelle, die er nutzen will. Und deshalb sollte sie einen ordentlichen, sauberen und gepflegten Eindruck machen, an dem jeder sicher auf seinen Bus warten kann. Das ist derzeit leider in vielen Fällen nicht so“, weiß Jörg Lettau um den jämmerlichen Zustand vieler Haltestellen. Mängel gibt es nach Aussage des Geschäftsführers der Nahbus Nordwestmecklenburg viele. Vom verwitterten Farbanstrich und Schmierereien über Müll, fehlende Beleuchtung, fehlerhafte Ausschilderung bis zur fehlenden Barrierefreiheit.

Um sich einen Gesamtüberblick über den Zustand der Bushaltestellen zwischen Rieps, Wismar, Lübstorf und Warin machen zu können, hat das für den Öffentlichen Personennahverkehr zuständige kommunale Busunternehmen ein Haltestellen-Kataster zusammengestellt, in dem mehr als 1700 Haltestellen kartiert wurden. Eigenschaften, Ausstattung, Grad der Barrierefreiheit, Fahrradständer, Wartehäuschen, Haltestellenschild – alles wurde fotografiert, bewertet, digitalisiert und ist nun für den zuständigen Nahbus-Mitarbeiter jederzeit abrufbar. Nahbus-Chef Lettau: „Für attraktive Haltestellen ist eine stärkere Eigeninitiative der Gemeinden dringend notwendig. Ich empfehle jedem Bürgermeister, den hierfür vorhandenen Fördermitteltopf des Landes in Anspruch zu nehmen. Wir helfen hier gern.“

Denn für die Haltestellen ist nicht Nahbus, sondern die jeweilige Gemeinde zuständig. Da alle Gemeinden gesetzlich verpflichtet seien, bis zum Ende des Jahres 2022 die Haltestellen in ihrem Gemeindegebiet barrierefrei zu gestalten, wolle er hier zügig ins Gespräch kommen. Gemeinsam mit den Gemeinden und dem Landkreis wolle er eine Organisationseinheit schaffen, die diese Aufgabe zur Planung, Organisation und Ausgestaltung und anschließende Pflege aus einer Hand im Auftrag der Baulastträger ausführt und hofft hier auf die Unterstützung des Landes.

Dass hier offenbar wirklich alle Gemeinden betroffen sind, zeigt ein Blick in das Haltestellenkataster: Tressow, die Wendeschleife Söhring, Badow, Pokrent Ausbau, die Cramoner Haltestelle an der Schweriner Chaussee... Eine Aufzählung, die sich beinahe endlos weiterführen lässt.

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