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Nordwestmecklenburg : Busfahren droht teurer zu werden

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Busunternehmen in Nordwestmecklenburg müssen mit Einschnitten bei den Landeszuschüssen rechnen. Und wer mit dem Bus fahren will, muss auf lange Sicht möglicherweise mehr Geld für einen Fahrschein ausgeben.

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erstellt am 22.Apr.2012 | 08:16 Uhr

Gadebusch/GRevesmühlen | Busunternehmen in Nordwestmecklenburg müssen mit Einschnitten bei den Landeszuschüssen rechnen. Das wiederum kann Folgen für die Kunden der Unternehmen haben. Denn wer mit dem Bus fahren will, muss auf lange Sicht möglicherweise mehr Geld für einen Fahrschein ausgeben. Darüber hinaus drohen weitere Fahrplan-Ausdünnungen, befürchten Verkehrsexperten.

"Das Land hat vor, enorme Mittel einzusparen beim Öffentlichen Personennahverkehr", verdeutlicht Stefan Lösel. Er ist Leiter des Eigenbetriebes Nahverkehr Nordwestmecklenburg. Als ein Beispiel nennt Lösel die mögliche Streichung von Infrastrukturmitteln für Bus-Neuanschaffungen. Allein in Nordwestmecklenburg kann dies 13 Investitionsvorhaben betreffen, für die Unternehmer keine Gelder mehr bekämen. Das macht eine Gesamtsumme von rund einer Million Euro. "Man ist nur noch sprachlos. Es wird darauf hinauslaufen, dass die Kreise deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Es betrifft alle Landkreise", sagt Lösel.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di fürchtet, dass die ÖPNV-Infrastruktur in den ländlichen Regionen weiter abgebaut werde und sich so eine gefährliche Abwärtsspirale entwickle. Die betroffenen Regionen würden dadurch für junge Familien immer unattraktiver. Betriebsräte der kommunalen Busunternehmen warnen zudem davor, die Kürzungen auf dem Rücken der Beschäftigten auszutragen Weitere Kürzungen bei den Arbeits- und Entlohnungsbedingungen seien nicht hinnehmbar.

Anlass für den Streit ist ein Schreiben von Minister Volker Schlotmann. Darin beschreibt er den Rückgang zweckgebundener Mittel für die Verkehrsinfrastruktur. Werden 2013 noch rund 17 Millionen Euro zur Verbesserung der ÖPNV-Infrastruktur wie Straßenbahn- und Busförderung zur Verfügung gestellt, so gehen diese Mittel in Fünf-Millionen-Schritten bis 2019 auf Null zurück. "Nimmt man alle Kürzungen der ÖPNV-Landesmittel zusammen, dann betrifft dies mehr als 20 Prozent der ÖPNV-Einnahmen", kritisiert die Vereinigte Dienstleistungsgesellschaft ver.di.

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