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Rehna-Grevesmühlen: Insolvenzverkauf als Glücksgriff : Bus aus Indien kommt nach Gadebusch

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In einem Insolvenzverkauf auf dem Gelände eines Boddiner Unternehmens wurden nun Überbleibsel einer Show verkauft, die alle Zirkusrevues überflügeln sollte - und dramatisch scheiterte. Darunter: ein ganz besonderer Bus.

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erstellt am 21.Nov.2011 | 06:35 Uhr

Gadebusch | Der Glanz vergangener Zeiten ist nur noch nur zu erahnen - unter dem Staub, der sich über die Skulptur des hinduistischen Gottes Ganesha gelegt hat und im Gras, das zwischen den fast platten Reifen eines schwarzen Doppelstockreisebusses wuchert.

In einem Insolvenzverkauf auf dem Gelände eines Boddiner Unternehmens wurden jetzt diese und viele weitere Überbleibsel einer Show verkauft, die alle anderen Zirkusrevues überflügeln sollte - und dramatisch scheiterte: Im Dezember 2009 feierte "India" in Frankfurt am Main Premiere. Bereits zwei Monate später, bei der zweiten Station in Hamburg, kam das Aus: Wegen ausbleibender Zuschauer und zu hoher Kosten stellte der Veranstalter, der zuvor mit "Afrika Afrika" 3,5 Millionen Zuschauer begeistert hatte, die Akrobatikshow ein und meldete Insolvenz an. Rund 900 Artikel, von indischen Wandteppichen über ein Vier-Mast-Zirkuszelt bis hin zu Lichtanlagen , umfasst die Verkaufsliste, die das Versteigerungshaus Norkus erstellt hat.

Der Artikel mit der Nummer 85 auf dieser Verkaufsliste, ein kunterbunter Oldtimer-Bus des Herstellers Bedford, hat den Gadebuscher Unternehmer Frank Neitzel vom Konkurswaren-Handel direkt begeistert - so sehr, dass er seinen Freund Flemming Jacobsen zum Insolvenzverkauf geschickt hat, weil er selbst nicht kommen konnte. Zum Kassenhäuschen umgebaut hieß der extra aus Indien importierte Wagen die Zuschauer am Eingang der indischen Zeltstadt in Frankfurt und Hamburg willkommen, jetzt bekommt er am Ortseingang von Gadebusch eine neue Aufgabe: "Der Bus soll mit einem Schild auf dem Dach als Werbeträger für den Konkurshandel direkt an der B104 stehen", erzählt Jacobsen. Innerhalb der nächsten zwei Wochen soll der nicht mehr fahrtüchtige Oldtimer mit einem Tieflader zum Konkurshandel gebracht werden.

Auch Steffen Kranzow, Leiter der Ballettschule Rehna-Grevesmühlen, ist zwischen Zirkuszelt, Halle und 17 Containern, die alles beinhalten, was von "India" übrig ist, fündig geworden: Zwei Ballettspiegel, 2 Meter mal 2,50 Meter groß, hat Kranzow gekauft. "Das Tolle ist, dass sie bereits auf Spanplatten gezogen sind. So muss ich nur noch Leisten ran bauen und kann die Spiegel aufhängen. Sie sind in dieser Größe normalerweise unerschwinglich."

Das Versteigerungshaus Norkus hatte im Vorfeld des Verkaufs 25 potentielle Kunden angeschrieben, "Leute aus der Branche", wie der öffentlich bestellte und vereidigte Versteigerer Peter Krell sagt. "Wir gehen davon aus, dass nach dem Insolvenzverkauf nicht mehr viel übrig ist." Die Artikel des Verkaufs seien für ihn nicht ungewöhnlich, erklärt er. "Die Menge ist allerdings auch für uns etwas Besonderes."

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