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Kompromiss im Gadebsucher Birkenweg in Sicht : Burgfrieden im Abwasserstreit

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Nach einem jahrelangen Streit soll eine Lösung für Anwohner des Gadebuscher Birkenweges voran getrieben werden

von
erstellt am 01.Apr.2016 | 21:17 Uhr

Gadebusch Im so genannten Abwasser-Streit von Gadebusch haben Anwohner des Birkenweges und des Zweckverbandes Radegast einen Burgfrieden auf Zeit geschlossen. So soll es innerhalb der nächsten drei Monate keine weiteren juristischen Scharmützel geben, sondern die Suche nach einer gemeinsamen Lösung forciert werden. Dabei will nun auch der Verbandsvorsteher des Zweckverbandes Radegast, Steffen Timm, den Bürgerbeauftragten des Landes MV mit ins Boot holen, der als neutrale Instanz fungieren soll, falls dies erforderlich sein sollte.

In diesem Abwasser-Streit geht es um einen vom Zweckverband Radegast geforderten Anschluss der betroffenen Grundstücke an eine neue Schmutzwasserkanalisation. Denn die „teilweise überbaute  und auf Privatgrund liegende  Schmutzwasserleitungen“ sollen außer Betrieb genommen werden. Die Anwältin der betroffenen Grundstückseigentümer hält allerdings dagegen und argumentiert: „Der Zweckverband versucht hier einen Anschlusszwang zu konstruieren, obwohl die Grundstücke schon vor Jahren durch den Zweckverband angeschlossen wurden“, sagte die Juristin Anne Homann-Trieps.

Der jahrelange Abwasser- Streit schlug zeitweilig hohe Wellen und wurde durch den Zweckverband bis zum Bundesgerichtshof getragen. Die obersten Richter lehnten eine Beschwerde des kommunalen Verbandes allerdings ab.

Nun kam es zu einem Vor-Ort-Termin zwischen den Betroffenen und der Spitze des Zweckverbandes. Auffällig dabei: Der Verbandsvorsteher des kommunalen Unternehmens, Steffen Timm,  versuchte, die Wogen zu glätten und kam einer von Anwohnerin  Leonide Baum geforderten Entschuldigung nach. Timm sagte „sorry“ für etwaige Worte, die in der Vergangenheit nicht so hätten fallen dürfen. „Wir suchen  einen Weg, der für alle Seiten eine Lösung aufzeigt. Dafür haben wir jetzt drei Monate Zeit“, so Timm. Innerhalb dieser Zeit sollen verschiedene technische Möglichkeiten mit Kostenberechnungen, Vor- und Nachteilen und unter Einhaltung des Satzungsrechtes geprüft werden.

Anwohner des Birkenwegs wie Günter Voß bezeichnen  es als einen ersten Schritt in die richtige Richtung, den der Verbandsvorsteher geht. „Wir warten jetzt auf das Angebot des Zweckverbandes. Ein Kapitulation um jeden Preis wird es mit uns aber nicht geben“, sagte Voß.

Stadtvertreter wie Günter Blankenberg hoffen, dass für beide Seiten eine Lösung gefunden wird und nach Jahren des Streits Ruhe   im Birkenweg einkehrt. „So weit hätte es  nicht kommen brauchen, dass die Leute derart verärgert sind“, meinte Günter Blankenberg.

 Michael Schmidt

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