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Sammelaktion in Gadebusch : Bunte Deckel geben Hoffnung

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Hilfsaktion für Impfungen gegen Kinderlähmung am Donnerstag in Gadebusch: Enrico und Nicole Kamrath aus Rehna sind dabei

von
erstellt am 13.Jul.2016 | 05:00 Uhr

Mit Kunststoffdeckeln von Wasser- und Getränkeflaschen Krankheiten wie Kinderlähmung in Ländern wie Afrika besiegen. Nicole und Enrico Kamrath aus Rehna sind von solch einer Hilfsaktion überzeugt - sie schrauben, sammeln und zählen tagtäglich die grünen, gelben, roten und blauen Verschlusskappen. „Das sind die ersten 250 Stück“, sagt Nicole Kamrath und lässt gemeinsam mit ihrem Mann Enrico die bunte Verschlusskappenparade auf den Tisch von Jens Strohschein rollen.

Der Schlagsdorfer ist Mitarbeiter im Gadebuscher Büro der SPD-Landtagsabgeordneten Martina Tegtmeier und engagiert sich für die Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“. Er rührt die Werbetrommel für diese und weitere Hilfsaktionen. „Soziales Engagement ist mir persönlich ungemein wichtig. Ein Beispiel: Allein bei der Typisierung zur DKMS Knochenmarkspende gelang es uns unter 223 Teilnehmern fünf genetische Zwillinge aus allen Unterstützern zu bestimmen“, sagt Strohschein. Beispiele wie diese sind Bestätigung und befeuern ihn. Somit freut Strohschein sich über den Besuch der Kamraths.

Bis Ende August, und bei Bedarf darüber hinaus, sammelt er mit Martina Tegtmeier für den Verein „Deckel drauf e.V.“ die Plastikschraubverschlüsse. Für 500 gesammelte Kappen gibt es eine Polio-Impfung (Kinderlähmung). Mindestens 100 Impfungen will der deutschlandweit agierende Verein mit Unterstützung aus MV ermöglichen. „Wir unterstützen, denn wir sind selber Eltern von drei Kindern“, sagen Kamraths. Auch wenn die Krankheit in Deutschland als bekämpft gilt, könne es den Nachwuchs treffen.

Jens Strohschein schlägt den Bogen und verweist auf die dringend notwendige Unterstützung von Entwicklungsländern. „Wir wissen, wie wir unsere Kinder zu impfen haben. In Afrika ist der Impfstoff teuer, das Gesundheitssystem längst nicht umfangreich ausgebaut.“ Man dürfe sich auch vor dem Hintergrund der Flüchtlingsbewegung nicht vor der Unterstützung anderer Menschen verschließen. „Die Menschen kommen in Richtung Europa“, so Strohschein. Eine Unterstützung in Gesundheitsfragen sei sehr wichtig. Darüber hinaus sei das Sammeln von Schraubverschlüssen aus Kunststoff eine leichte Aufgabe. „Ein kleiner Schritt. Das tut nicht weh“, meint Strohschein. Enrico Kamrath fügt hinzu: „Pfandflaschen lassen sich auch ohne die Kunststoffdeckel abgeben. Entscheidend sei allein das Pfandzeichen.“

Am morgigen Donnerstag starten Tegtmeier und Strohschein auf dem Parkplatz in der Lübschen Straße eine Sammelaktion. „Wir sind von 10 bis 17 Uhr vor Ort“, sagt Strohschein. Darüber hinaus läuft die Sammelaktion über das Büro An der Kirche 7 in Gadebusch weiter.

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