Gadebusch/Rehna : Bundespolitiker wollen Tafel-Aus verhindern

So berichten wir über die aktuellen Probleme bei der Tafel.
So berichten wir über die aktuellen Probleme bei der Tafel.

Abgeordnete aus Nordwest-Wahlkreisen wollen Hilfsorganisation helfen.

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01. Februar 2018, 20:45 Uhr

Um die Zukunft der Ausgabestellen der Tafeln in Gadebusch und Rehna ist es schlecht bestellt. Geschieht kein mittleres Wunder, müssen diese wegen fehlender Finanzierung Ende März den Betrieb einstellen. Eine düstere Prognose. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Versorgung mit qualitativ guten und frischen Lebensmitteln für mehr als 500 bedürftige Menschen von heute auf morgen beendet wäre. Stimmen, unter anderem von Landrätin Kerstin Weiss, werden laut, die mehr Engagement von der Bundespolitik fordern. SVZ hakte nach bei den Bundestagsabgeordneten des Nordwestkreises in Berlin.

Dietrich Monstadt ist Bundestagsmitglied der CDU und hatte sein Mandat im Bundestagswahlkreis Schwerin – Ludwigslust-Parchim I – Nordwestmecklenburg I gewonnen. „Die drohende Schließung der Ausgabestellen kommt für mich überraschend und macht mich betroffen. Natürlich werde ich mich mit den Entscheidungsträgern vor Ort zu diesem Thema abstimmen und mögliche Lösungsvorschläge für die Betroffenen diskutieren“, erklärt der 60-Jährige auf Nachfrage der SVZ. Ein konkreter Gesprächstermin lasse sich derzeit allerdings aufgrund der aktuellen Koalitionsgespräche, an denen er als Bundestagsabgeordneter in der Arbeitsgruppe Gesundheit und Pflege teilnehme, noch nicht nennen. Monstadt wolle sich aber „so schnell wie möglich“ des Themas annehmen.

Seine Parteikollegin Karin Strenz, die im Wahlkreis Wismar – Ludwigslust-Parchim – Nordwestmecklenburg II – Landkreis Rostock I ihr Ticket nach Berlin gelöst hatte: „Der möglichen Schließung der Tafeln in meinem Nachbarwahlkreis sollte zweifelsfrei entgegengewirkt werden. Ich wünschte mir, wir bräuchten keine Tafeln hierzulande. Doch leider gibt es noch immer Menschen, die diese Hilfe in Anspruch nehmen müssen. Wo Hilfe benötigt wird, muss Unterstützung sichergestellt sein.“ Dietrich Monstadt habe als direkt gewählter Abgeordneter für diese Region bereits signalisiert, dass er sich dieser Herausforderung annehmen werde.

Für die Sozialdemokraten vertritt Frank Junge die Interessen seiner Wähler in Berlin. Der Wismarer kenne die Problematik der Aussetzung von Zahlungen an die Jobcenter, mit denen auch Maßnahmen für Mitarbeiter in den Tafeln finanziert werden. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in solchen Fällen keine Übergangs- oder Einzelfallregelung geben soll, wenn sich auch das Jobcenter Nordwestmecklenburg mit seinen Möglichkeiten daran beteiligt“, sagt der 50-Jährige. Er könne sich aber vorstellen, sich bei einem Besuch vor Ort der Problematik anzunehmen.

Bereits unmittelbar nach den SVZ-Veröffentlichungen zur drohenden Schließung der Tafel-Ausgabestellen hatten sich Bündnis 90/Die Grünen zu Wort gemeldet. Claudia Müller, Mitglied der Grünen-Bundestagsfraktion, stellte fest, dass Lösungen benötigt würden, wie Kommunen, das Land und der Bund in die Lage versetzt werden, freiwillige Leistungen auch in Zeiten ohne genehmigten Haushalt zu finanzieren. Die Stralsunderin: „Weil die geschäftsführende Bundesregierung den Bundeshaushalt nicht verabschieden kann, sind jetzt die Kommunen in einer problematischen Lage, da vor Ort die Förder- und Finanzmittel für ihre Aufgaben fehlen. Wir brauchen Übergangsfinanzierungen für freiwilligen Leistungen der Kommunen in haushaltslosen Zeiten.“

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