Protest : Bürgerversammlung zu Windpark

Zwischen Wakenstädt, Kaeselow, Gadebusch sehen Planer einen möglichen Windpark-Standort.  Grafik: Stepmap/svz
Zwischen Wakenstädt, Kaeselow, Gadebusch sehen Planer einen möglichen Windpark-Standort. Grafik: Stepmap/svz

Die neu gegründete Interessengemeinschaft „Gemeinsam gegen den Wind“ erwartet morgen bis zu 100 Teilnehmer in Wakenstädt

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21. November 2014, 00:26 Uhr

Ein möglicher Windpark mit knapp 200 Meter hohen Anlagen bei Gadebusch sorgt weiterhin für Diskussionen. Inzwischen hat sich eine Interessengemeinschaft „Gemeinsam gegen den Wind“ (IG) gebildet. Sie lädt am morgigen Sonnabend erstmals zu einer Bürgerversammlung ein. Sie beginnt um 15 Uhr in Wakenstädt 9. Dazu werden zwischen 50 und 100 Menschen erwartet.

„Die Windkraftanlagen stellen einen erheblichen und nachhaltigen Eingriff in die Natur dar, entstellen das Antlitz unserer Stadt, beeinträchtigen das geschäftliche und touristische Leben und verringern die Lebensqualität aller Einwohner“, argumentiert die IG. Sie verweist zudem darauf, dass das mögliche Windparkgebiet laut Regionalem Raumentwicklungsprogramm Westmecklenburg ein ausgewiesenes touristisches Entwicklungsgebiet sei.

Die IG-Mitglieder sorgen sich u. a. um die Radegast-Quelle. „Da hier der Ursprung der Radegast in Gefahr gebracht wird, stellen wir die Investition in Frage und haben in dieser Angelegenheit den Naturschutz des Landkreises in Kenntnis gesetzt“, teilte die IG gestern mit. Auch die Nähe zum Schlachtfeld bei Wakenstädt stuft die Interessengemeinschaft als problematisch ein.

Frank Rohmann vom Kulturhistorischen Verein von 1712 bekräftigte gestern erneut seine ablehnende Haltung. „Wir sind als Verein absolut gegen die mögliche Errichtung eines Windparks auf einem Gelände mit überregionaler Bedeutung. Schwedische, kulturhistorische Vereine und die schwedische Handelskammer in Hamburg zeigen ebenso wie Dänen ein großes Unverständnis darüber, was hier angedacht ist“, so Rohmann.

Planer regen neun Windkraftanlagen zwischen Wakenstädt, Meierei Pokrent, Kaeselow und dem Gadebuscher Industriegebiet an. Rund 90 Millionen Euro könnte das Projekt insgesamt kosten.

„Trotz dieses Dilemmas stufe ich persönlich Herrn Haase von der Agrar AG Gadebusch nach wie vor als fachlichen und kompetenten Mann ein, der die Weitsicht hat, welche Folgen die Realisierung eines solchen Vorhabens nach sich ziehen würde“, sagte Rohmann. Von der Stadtvertretung erwartet der Vereinsvorsitzende endlich eine klare Positionierung.

Bürgermeister Ulrich Howest sieht sich in Gadebusch inzwischen Spekulationen ausgesetzt, wonach ein möglicher Windpark für ihn Vorteile brächte. „Dies ist absoluter Quatsch. Dem ganzen Thema stehe ich neutral gegenüber und verfolge keine persönlichen Interessen. Ich besitze auf dem Areal außerdem keinen einzigen Quadratmeter Fläche“, erklärte Howest in einem SVZ-Gespräch. Darin zeigte er sich auch offen für einen Bürgerentscheid. „Zunächst wird es am kommenden Montag aber eine Hauptausschuss-Sitzung geben, in der über den aktuellen Sachstand informiert wird“, so Ulrich Howest.

Die öffentliche Sitzung im Gadebuscher Rathaus beginnt am 24. November um 19 Uhr. Howest will sicherstellen, dass ein Sprecher der Interessengemeinschaft Rederecht erhält.
 

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