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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

25. September 2017 | 04:47 Uhr

Bürgermeisterwahl: Kandidat war IM

vom

svz.de von
erstellt am 15.Okt.2010 | 07:45 Uhr

Gadebusch | Wahlkampf in Gadebusch: Vier Kandidaten bewerben sich um den Bürgermeisterposten. Bewerber Ulf Bartel, Unternehmer, parteilos und Kreml-Chef in Gadebusch, gerät jetzt als ehemaliger Informeller Mitarbeiter der Staatssicherheit (IM) der ehemaligen DDR in die Schlagzeilen. Bartel hat mündliche Berichte über Personen aus seinem Bekanntenkreis unter dem Decknamen "Klaus Schlosser" an die Stasi geliefert.

"Solch ein Mann darf kein öffentliches Amt bekleiden", sagt Ralf Bosselmann. Der ehemalige Rehnaer stand in den 1980er-Jahren bis zur Wende unter Beobachtung. Bartels Berichte ermöglichten der Stasi im Fall Bosselmann einen detaillierteren Einblick in das Leben der Anderen. "Die Berichte des IM Schlosser konnten zu einer nachhaltigen Bedrohung für mich und meine Familie werden", sagt Ralf Bosselmann.

Gegenüber der SVZ bestätigte Bartel gestern seine Mitarbeit als IM. Er sei Opfer und Täter zugleich gewesen. "Mich belastet diese Geschichte sehr", so Bartel. 1980 unterstellten ihm die Behörden versuchte Republikflucht. "Als 18-Jähriger blieb mir die Wahl zwischen Knast in Schwedt und der Unterschrift als IM." Die von ihm gelieferten Informationen bewahrten seiner Ansicht nach Bosselmann vor weiteren Repressalien der Staatssicherheit.

Aus seinen Kontakten habe er kein Geheimnis gemacht: "Es gab Gespräche mit den Betroffenen." Über die Stasi-Kontakte habe er den Wahlausschuss im Vorfeld informiert.

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