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Schlagsdorf ist verärgert : Bürgermeister sauer auf VR-Bank

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Die Standorte Lützow und Schlagsdorf sollen geschlossen und Rehna zu einer Selbstbedienungs-Filiale umgewandelt werden

svz.de von
erstellt am 28.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Nach Bekanntwerden von Standort-Schließungen der VR-Bank Mecklenburg zum 2. Mai dieses Jahres haben Kommunalpolitiker mit Unverständnis auf die Pläne reagiert. Vor allem Schlagsdorfs Bürgermeister Ingo Melchin ist verärgert. „Mit uns hat niemand von der VR-Bank gesprochen. Wir werden vor vollendete Tatsachen gestellt“, sagt Melchin der SVZ. Er fordert von der Genossenschaftsbank, dass zumindest ein Geldautomat und ein Postkasten für Überweisungen erhalten bleiben. Gerade ältere Leute seien ansonsten die Leidtragenden.

Die Kommune hatte die VR-Bank einst unterstützt und ihr ein durch ABM-Leute eingelagertes Fachwerkhaus günstig veräußert. Rund 180  000 Euro investierte die Bank anschließend in den Wiederaufbau des Backhauses in Schlagsdorf. Allein 50  000 Euro waren als Leader-Fördermittel über die Lokale Aktionsgruppe „Mecklenburger Schaalseeregion - Biosphärenreservatsregion“ geflossen. Im Oktober 2010 konnte der heutige Vorstandsvorsitzende der VR-Bank, Jan-Arne Hoffmann, schließlich symbolisch den Schlüssel für das Backhaus entgegen nehmen.

Dass der Standort Schlagsdorf sieben Jahre später dicht gemacht werden soll, kritisiert auch Utechts Bürgermeister Andreas Spiewack. Sein Telefon steht seit Tagen nicht mehr still. „Vor allem Rentner rufen mich an. Sie haben regelrecht Angst. Eine Filialschließung in Schlagsdorf ist für sie unvorstellbar. Denn sie vertrauen keinem Online-Banking und wollen auch keine telefonischen Dienstleistungen. Manche von ihnen haben nicht einmal einen Internetanschluss.“

Den Rotstift setzt die VR-Bank auch in Rehna an. Die Geschäftsstelle soll dort zum 2. Mai in eine Selbstbedienungsstelle umgewandelt werden. Die SB-Technik ermöglicht Bankgeschäfte wie Bargeld, Kontoauszüge oder Überweisungen. Zu qualifizierten Beratungen will die VR-Bank ihre Kunden künftig in Schönberg willkommen heißen.

Schließungspläne gibt es auch für den Standort Lützow. Für Bürgermeister Tino Waldraff kommt diese Entscheidung ebenfalls überraschend. Durch den Rückzug aus der Fläche befürchtet er negative Folgen für ältere Menschen. „Für den Erhalt des Kundenstamms sehe ich den Erhalt eines Geldautomatens als einen unerlässlichen Faktor an“, so Waldraff.

Insgesamt reduziert die VR-Bank Mecklenburg ihr Netz auf 13 mit Personal besetzte Geschäftsstellen und 18 Selbstbedienungs-Filialen. Von 280 Mitarbeiterstellen fallen 28 weg. Damit zieht die Genossenschaftsbank die Konsequenzen aus der Marktentwicklung.

Für Kunden, die nicht so mobil und ungeübt in der Nutzung digitaler Angebote sind, hält der Vorstandsvorsitzende Jan-Arne Hoffmann aus seiner Sicht angemessene Alternativen bereit: So wird das hauseigene Servicecenter verstärkt, das schon seit sieben Jahren telefonische Dienstleistungen anbietet. Wer dem Telefon partout nicht vertraut, sich aber schlecht von zuhause wegzubewegen vermag, dem bietet die Bank den Hausbesuch an.     Michael Seidel,

Michael Schmidt

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