Die Brücke von Cramon : Bürgermeister pocht auf Sanierung

Mühlen Eichsens Bürgermeister Jürgen Ahrens auf der Cramoner Brücke, die seit 2005 gesperrt ist.
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Mühlen Eichsens Bürgermeister Jürgen Ahrens auf der Cramoner Brücke, die seit 2005 gesperrt ist.

Jürgen Ahrens nimmt den Landkreis beim Wort und muss voraussichtlich wieder Jahre warten bis zum Baustart

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21. November 2014, 00:17 Uhr

Die von der Kreis-SPD geforderte Investitions-Offensive im Straßenbau weckt erste Begehrlichkeiten. So fordert der Mühlen Eichsener Bürgermeister Jürgen Ahrens einen Teil der geplanten Investitionsmittel für die Erneuerung der Kreisstraßen-Brücke in Cramon ein. „Wir sind jahrelang vom Landkreis vertröstet worden, dass diese Brücke erst 2014 im Plan ist und dann hergestellt werden soll. Dieses Versprechen fordere ich jetzt ein“, sagt Jürgen Ahrens. Die Bürgermeister von Dalberg, Helmut Haberer und Cramonshagen, Reinhard Eggemann, wisse Ahrens in dieser Sache an seiner Seite.

Die Straße mit einer wieder intakten Brücke wäre die kürzeste Verbindung von Schönfeld, Schönfeld-Mühle und Cramon nach Dalberg. Die Zeiten der kilometerweiten Umwege über Cramonshagen wären nach einer Sanierung oder einem Neubau beendet. „Zu einer guten Infrastruktur gehört nämlich auch, dass Orte ohne große Umwege erreichbar sind und kleine Unternehmen ihren Kunden in der Umgebung schnell erreichen können“, sagt Ahrens. Sollte seitens des Landkreises wieder nichts geschehen, stuft Ahrens dies als – so wörtlich – gezielte Zerstörung der Infrastruktur ein.

Der Kreis will davon nichts wissen und verweist u. a. auf einen schwierigen Baugrund. „Das Problem ist der etwa 250 Meter lange Damm. Die jährliche Setzung beträgt zwei bis vier Zentimeter“, sagt eine Sprecherin des Landkreises. Nach ihren Angaben ist mit immensen Sanierungskosten zu rechnen. Summen von 1,1 bis 7,6 Millionen Euro standen für fünf verschiedene Varianten im Raum. Aufgrund dieser Kosten und anhand eines Bewertungskataloges habe man sich für eine Variante entschieden, die 1,71 Millionen Euro kosten würde. Nach jetzigem Stand seien Planungsmittel aber erst für den Haushalt 2017 vorgesehen. „Letztlich entscheidet der Kreistag, wann begonnen wird“, so die Kreis-Sprecherin.

Das Cramoner Bauwerk war 1966 als Behelfsbrücke für eine Nutzungsdauer von 15 Jahren gebaut worden. Im Jahre 1979 wurde sie auf die Bauzustandstufe 4 herabgesetzt. Pläne, wonach sie 1992 vom Altkreis Schwerin saniert werden sollte, wurden nicht realisiert. Was folgte, war 2005 die Sperrung der Brücke Cramon. In den Jahren danach wurden insgesamt 67 000 Euro für Variantenprüfungen und Untersuchungen ausgegeben.

Mühlen Eichsens Bürgermeister Jürgen Ahrens setzt seine Hoffnung nun in ein Positionspapier der Kreis-SPD. Sie hatte sich in dieser Woche für zusätzliche Investitionen in Höhe von 3,2 Millionen Euro in das Kreisstraßennetz ausgesprochen. Im Fokus liegen vor allem jene Verbindungen des 380-Kilometer-Straßennetzes, die im Zustandsbericht 2013 das Prädikat „Starke Schädigung“ und folglich die Note 5 erhielten. Das sind 51-Straßenkilometer zwischen der Insel Poel und dem Schaalsee.

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