Anklage gegen Bülower : Bürgermeister droht Haftstrafe

Der Königsfelder Bürgermeister Klaus Babbe muss sich wegen eines nächtlichen Unfalls in Bülow aus dem Juli vergangenen Jahres nun vor Gericht verantworten.
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Der Königsfelder Bürgermeister Klaus Babbe muss sich wegen eines nächtlichen Unfalls in Bülow aus dem Juli vergangenen Jahres nun vor Gericht verantworten.

Gefährdung des Straßenverkehrs, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort,Trunkenheit im Verkehr: Anklage gegen den Bülower Klaus Babbe

svz.de von
08. Februar 2018, 05:00 Uhr

Klaus Babbe muss vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Schwerin hat gegen den Bürgermeister der Gemeinde Königsfeld Anklage wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und unerlaubten Entfernens vom Unfallort in Tateinheit mit Trunkenheit im Verkehr erhoben. Bei einer Verurteilung droht dem Bülower eine Geld- oder aber sogar Haftstrafe bis zu drei Jahren.

In den frühen Morgenstunden des 27. Juli 2017 soll der Landwirt in der Schulstraße von Bülow mit seinem Auto von der schmalen Fahrbahn abgekommen sein, woraufhin das Fahrzeug in einem Baugraben gelandet war und dabei den Zaun der Anwohner beschädigt hatte (SVZ berichtete). Zwar schaffte es der Fahrer, das Fahrzeug wieder aus dem Graben herauszuwühlen, doch danach entfernte er sich vom Unfallort. Zeugenhinweise brachten die Polizei schnell auf die Spur des Unfallwagens. Dieser gehört dem Bürgermeister der Gemeinde Königsfeld. Doch gegenüber unserer Zeitung hatte Klaus Babbe erklärt: „Es soll wohl so sein, dass mein Auto an dem Unfall beteiligt war. Ich habe nicht darin gesessen.“

Nach monatelangen Ermittlungen und der Vernehmung zahlreicher Zeugen erhob die Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen den ersten Mann der 1000-Seelen-Gemeinde. „Dem Angeschuldigten wird vorgeworfen, im Verkehr ein Fahrzeug geführt und infolge seiner alkoholbedingten Fahruntüchtigkeit einen Verkehrsunfall mit einem Fremdschaden in Höhe von circa 1200 Euro verursacht zu haben“, erklärt Claudia Lange. Nach Aussage der Oberstaatsanwältin und Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Schwerin soll sich Klaus Babbe vom Unfallort entfernt haben, ohne dem Geschädigten die Möglichkeit zu geben, Feststellungen über den Unfallhergang zu treffen.

Erschwerend hinzu kommt, dass der Bülower zum Unfallzeitpunkt unter dem Einfluss von Alkohol hinter dem Lenkrad seines Wagens gesessen haben muss. Nach der Verweigerung eines freiwilligen Atemalkoholtests hatten die am Unfalltag eingesetzten Beamten Klaus Babbe mit aufs Polizeirevier Gadebusch genommen und dort eine doppelte Blutprobenentnahme durchgeführt. Über das Ergebnis der Probenauswertung indes hüllte sich der zuständige Richter am Amtsgericht Wismar gestern in Schweigen.

Wie hoch das Strafmaß bei einer möglichen Verurteilung aussieht, hängt von verschiedenen Umständen ab. „Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort kann bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe nach sich ziehen. Erschwerend kann hinzu kommen, wenn wie in diesem Fall gleich gegen zwei Strafnormen verstoßen wurde“, sagt Michael Bauer. Der Termin für die öffentliche Verhandlung im Fall Babbe könne nach Aussage des Strafrichters am Amtsgericht Wismar voraussichtlich frühestens Mitte März angesetzt werden.

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