zur Navigation springen

Theater Wismar : Bühne frei für die Gästeführer

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Touristiker schauten sich im neu eröffneten Theater der Hansestadt um

Treffpunkt Theaterfoyer, hieß es für Wismars Gästeführer. Denn auch diejenigen, die anderen ständig selbst in meist wandernder Weise Wissen vermitteln, möchten sich immer mal auf dem Laufenden halten. Deshalb haben sie sich auch organisierte Weiterbildung im Rahmen ihrer Vereinsarbeit auf die Fahnen geschrieben.

Eine geeignete „Führungspersönlichkeit“ für diesen Zweck hatte Vereinsmitglied Hans-Walter Brecht dank seiner Kontakte inzwischen gefunden: Diana Albert, Architektin des gleichnamigen Büros Albert und Planer. In Arbeitsgemeinschaft mit dem Baumanagement Ullrich (BMU) hat sie maßgeblich mit dem gesamten Umbau und Sanierung der Wismarer Spielstätte zu tun. „Unser Ziel war es eigentlich, bis zum 31. Januar dieses Jahres vollkommen fertig zu sein“, erklärte die Rostockerin. Dies setzte allerdings voraus, dass alle noch am Bau tätigen Gewerke voll mitziehen. Aktuell betrachtet, war dies nicht ganz zu schaffen.

Deshalb sind auch jetzt noch die letzten Restpunkte in Arbeit. Ungeachtet dessen wird das Haus seit der feierlichen Eröffnung am 3. Dezember des Vorjahres bespielt.

Erster Rundgangs-Eindruck im aufgefrischten, großen Theatersaal: Neue Sitzreihen mit breiteren Abständen. Dadurch ergibt sich für die insgesamt 450 Gäste im Haus mehr Bequemlichkeit. Dass es knapp hundert Plätze weniger sind, als vor dem Umbau, ist den geforderten Sicherheitsstandards geschuldet. Auch beim Bühnenbereich wurde in moderne Technik investiert. Dazu gehört unter anderem ein Brandschutzvorhang, der sich mit unüberhörbarem Alarmsignal bis auf den Boden herabsenkt. „Eine zunächst erhoffte Einsparung, aber letztendlich doch unverzichtbar als behördliche Auflage“, so die Architektin. Die Mehrkosten dafür schlagen mit 94 000 Euro zu Buche. Notwendig war ebenso ein neues Bühnenportal für 200 000 Euro. Fehlende Fundamente unter alten Wänden und Probleme mit dem Grundwasser sorgten für weitere Zusatzkosten. So seien schnell die 400 000 Euro an weiteren finanziellen Aufwendungen zusammengekommen. Und die belaufen sich letztendlich auf rund 5,44 Millionen Euro Gesamtkosten.

Eine weitere Rundgangsstation war die Rekonstruktion des Orchestergrabens. Zwar im Planungsentwurf vor zwei Jahren nicht vorgesehen, ist er jedoch für bestimmte Aufführungen, wie zum Beispiel Operetten, mit entsprechender Orchesterbegleitung, notwendig. Gänzlich neu entstanden sind zudem die künftige Theaterklause, das Puppentheater und notwendige Räume für das Personal, Künstlergarderoben sowie Sanitärbereich. Alt- und Neubau vereinen sich dabei geschickt und zweckmäßig.

„Der Rundgang hat in überzeugender Weise gezeigt, welcher Aufwand und wie viel Arbeit in der Umgestaltung unseres Theaters steckt“, erklärte am Schluss der Führung Dietrich Haase. Der Vereinsvorsitzende der Wismarer Stadtführer bedankte sich zudem herzlich für die interessanten Erläuterungen und Informationen. Manch einer mag ihn besser als nächtlichen Stadtführer kennen. Denn den typischen Halbmantel, Gugel als mittelalterliche Kopfbedeckung, die wegweisende Kerzenlichtlaterne und die Respekt einflößende Hellebarde dazu, trägt in dieser Mission nur einer in der Hansestadt.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen