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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 21:43 Uhr

Wismar : Buchtranger sorgt für Ordnung

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Jürgen Weigel startet im knallroten Aufsichtsboot wieder zu Kontrollfahrten durch die Wismarbucht

Es dauerte nur einen kurzen Moment, bis das schon von weitem erkennbare Boot mit dem knallroten Rumpf sich per Landkran in Richtung Hafenwasser bewegte. Schon waren die Hebegurte gelöst, der Dieselmotor sprang sofort an und wenig später war die „Runa“ an ihrem Liegeplatz im Wendorfer Yachthafen fest vertäut. Skipper Jürgen Weigel war dank weiterer Helfer sogar so gut in der Zeit, dass gleich noch gemeinsam der Mast aufgerichtet wurde. Gemäß dem Wunsch zahlreicher Freizeitkapitäne: „Endlich wieder rauf auf’s Wasser“, gehört auch er damit zu denen, die fit für die neue Saison sind.

Es gibt allerdings einen wesentlichen Unterschied, denn für Jürgen Weigel steht nicht der attraktive Freizeitausgleich auf dem Wasser im Vordergrund. Als einziger angestellter maritimer Ranger der Regionalvereinigung Segeln Wismarbucht ist es sein Job, im ausgewiesenen Europäischen Vogelschutzgebiet „Wismarbucht und Salzhaff“, einschließlich des FFH-Gebietes Wismarbucht die Einhaltung der Regeln aus der Freiwilligen Vereinbarung Wassersport und Angeln auf der Wismarbucht (FVW) zu kontrollieren.

Dass er als gestandener Fahrensmann der einstigen Deutschen Seereederei Rostock (DSR) seinen jetzigen Job weiterhin mit seemännischer Leidenschaft ausüben kann, betrachtet er im inzwischen fünften Dienstjahr als optimal. Möglich ist dies ab diesem Jahr wieder durch Förderung aus Mitteln des StALU (Staatliches Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg) und Mitteln der Europäischen Union. In den vergangenen zwei Jahren hatte die Stiftung Deutsche Ostsee diese finanzielle Unterstützung übernommen.

Winterpause gab es für Weigel nicht, denn es galt 58 Kontrollfahrten auf See und weitere zwölf „Kontrollexkursionen“ über Land auszuwerten. Auch in diesem Jahr startete der Wismarer Buchtranger bereits erste Einsätze. So zeichnete sich zum Beispiel am Ostermontag ein reges Treiben auf dem Wasser ab. Deshalb begann Weigel erste Touren über Land, die ihn vom Küstenabschnitt bei Groß Strömkendorf und über den Boiensdorfer Werder, Pepelow bis nach Rerik führten. Wie an Bord sind Fernglas, Fotoapparat und die sofort niederzuschreibenden Feldprotokolle stets dabei.

Mit Beginn des milderen Wetters galt der weitere Arbeitsschwerpunkt seinem wichtigsten Arbeitsmittel, dem Kontrollboot. Es folgte die technische Durchsicht, angefangen vom Antrieb, über Elektrik, bis hin zum Propeller mit Welle und dem Ruderblatt. Letztendlich galt es dem gesamten Rumpf ein frisches, schickes und konservierendes „Make up“ zu verpassen. Damit war der Motorsegler einsatzklar für das nasse Element. Sein Wunsch: „Eine angenehme Saison im Sinne einer verständnisvollen Zusammenarbeit mit möglichst wenig Verstößen gemäß den Regeln der freiwilligen Vereinbarung, um so Natur und Wassersport weiterhin in Einklang zu halten.“


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