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Besondere Unterrichtsstunde im Fach eigene Sicherheit : Brüsewitzer gehen in die Busschule

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Mit dem Bus zur Schule, das ist nichts Besonderes. Unterricht im Bus hingegen schon. Den gibt es an der Grundschule Brüsewitz einmal im Jahr. Alle 80 Mädchen und Jungen nehmen daran teil.

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erstellt am 15.Aug.2013 | 12:05 Uhr

Brüsewitz | Mit dem Bus zur Schule, das ist nichts Besonderes. Unterricht im Bus hingegen schon. Den gibt es an der Grundschule Brüsewitz einmal im Jahr. Alle 80 Mädchen und Jungen nehmen daran teil. "Die Erstklässler lernen hier, wie sie sich im Schulbus verhalten sollen. Für die Zweit- bis Viertklässler ist das eine alljährliche Auffrischung und wichtige Wiederholung", berichtet Lehrerin Katrin Jacobs. In Brüsewitz und wird viel Wert darauf gelegt, dass dieses Sicherheitstraining in der Busschule gleich zu Beginn des neuen Schuljahres stattfindet, damit auch die Erstklässler Bescheid wissen "Und das hat bisher immer gut geklappt", betont Jacobs. Selbst Kinder, die zu Fuß kommen oder von ihre Eltern zur Schule gebracht werden, machen mit. "Wie man sich richtig im Bus und an der Bushaltestelle verhält, ist für alle wichtig", betont die Pädagogin.

Beim Unterricht in der Busschule steht keine Lehrerin vor der Klasse, sondern ein Busfahrer. René Hildebrandt hat sich auf diese besondere Aufgabe vorbereitet. Er fährt mit seinem Bus zu allen Grundschulen in den Amtsbereichen Rehna, Gadebusch und Lützow-Lübstorf, die das im Gadebuscher SGS-Betriebsteil anmelden. Neben seinem Bus stehen René Hildebrandt DVD-Player, Bildschirm und eine Plane als Hilfsmittel zu Verfügung. Die orange-farbene Plane ist eine Spezialanfertigung. Toter Winkel steht darauf in großen Buchstaben. Die Erstklässler können das zwar noch nicht lesen. Doch auch sie lernen schnell, was das bedeutet. René Hildebrandt breitet dieses Dreieck neben dem Bus aus - genau auf der Fläche, die der Busfahrer vom Fahrersitz aus auch mit Hilfe seines Rückspiegels nicht einsehen kann. Die Kinder stellen sich auf das orange-farbene Dreieck - abwechseln darf eines von ihnen auf dem Fahrersitz Platz nehmen. "Das Erstaunen wird jedes Mal groß, wenn die Kleinen feststellen, dass ihre Mitschüler unsichtbar geworden sind", erzählt Mario Hildebrandt. Als SGS-Verkehrsmeister in Gadebusch koordiniert er auch den Einsatz der Busschule, mit der jetzt sein Bruder René unterwegs ist. Dieser Einsatz für die Sicherheit der Kinder ist quasi Familiensache: Denn vor René war Mario Hildebrandt mit der Busschule im Einsatz.

Der tote Winkel ist aber nicht die einzige gefährliche Stelle, auf die der Fahrer während der Unterrichtsstunde in der Busschule hinweist. Weder Drängeln noch Schubsen sind beim Ein- und Aussteigen erlaubt, hören die Kinder. Der Ranzen gehört unter den Sitz oder zwischen die Beine. Wer keinen Sitzplatz hat, muss sich gut festhalten. Fluchtwege und Notausstiege werden gezeigt, ebenso der Nothammer. "Meist wollen die Kinder dann wissen, wie schnell eine Scheibe kaputt geht", erzählt Mario Hildebrandt. "Dafür muss man schon kräftig mit dem Hammer zuschlagen. Aber das führen wir nicht vor." Stattdessen wird geübt, wie an der Bushaltestelle gewartet und nach dem Eintreffen des Busses nacheinander eingestiegen wird. Und wenn nach der Abfahrt noch die Straße überquert werden muss, sollen das die Kinder erst tun, wenn der Bus abgefahren und die Straße wieder frei und gut einsehbar, betont Katrin Jacobs. Die Lehrerin ist froh, dass es auch in diesem Schuljahr wieder mit einem so frühen Termin in der Busschule geklappt hat. "Wir waren in den ersten Schulwochen in Brüsewitz und auch in Lützow", berichtet Mario Hildebrandt. Die Lützower beziehen in diesen Unterricht auch immer ihre Fünftklässler ein. "Denn darunter sind doch eine Reihe Kinder, die erst durch den Schulwechsel zu Fahrschülern werden." In diesen beiden Orten hat die Verkehrserziehung zum Start des Schuljahres auch Tradition. "Andere Schule machen das bei Projekttagen im Laufe des gesamten Jahres", ergänzt der Verkehrsleiter. "Anmeldungen aus den Regionen Gadebusch, Rehna und Lützow-Lübstorf nehme ich entgegen. Wir helfen gern, wenn es unser Fahrplan zulässt auch kurzfristig." Die Verkehrswacht unterstützt das kreiseigenen Unternehmen SGS bei diesem Projekt. Für die Schulen ist es kostenlos, betont Mario Hildebrandt.

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