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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. Oktober 2017 | 07:20 Uhr

Wismar : Brückenneubau lässt auf sich warten

vom

In Wismar das Straßenbauamt erste Überlegungen für den Neubau der Hochbrücke vorgelegt. Doch der Baubeginn der neuen Trasse der Landesstraße nach Rostock wird frühestens in fünf Jahren sein.

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2012 | 05:48 Uhr

Wismar | Das Straßenbauamt hat erste Planungen für einen Ersatz der Brücke über die Eisenbahngleise und den Mühlenteich vorgelegt. Eine im August durchgeführte Untersuchung des sogenannten Untersuchungsraumes hat sechs mögliche Varianten ergeben. "Bisher sind diese Möglichkeiten aber noch nicht gegen einander abgewogen worden", so Wilfried Schubert vom Straßenbauamt. "Welche Variante letztendlich gebaut wird, steht noch nicht fest." Höchst unwahrscheinlich ist jedoch Variante 6, die Führung des Verkehrs über die Dr.-Leber-Straße. "Dabei würde die Pufferzone für das Welterbegebiet durchquert", so Schubert. "Das ist nicht möglich." Auch der Ersatz der Brücke am jetzigen Standort (Variante 1) würde große Probleme mit sich bringen. "Während der mehr als zwei Jahre betragenden Bauzeit müsste der gesamte Verkehr, immerhin 19 000 Fahrzeuge pro Tag, umgeleitet werden." Ganz ausschließen will Schubert diese Möglichkeit aber auch nicht.

Das Straßenbauamt hatte seit August recherchiert, welche "Schutzgüter" sich großräumig um die Brücke herum befinden und wie sie durch einen Neubau beeinflusst werden könnten. Untersucht wurden die Auswirkungen auf Menschen, Tiere, den Boden, das Wasser und die Luft, sowie auf das Klima und auf Kulturgüter. Konkrete Untersuchungen müssen jetzt allerdings erst noch erfolgen.

Während die endgültige Linienführung der Trasse noch nicht feststeht, ist auch noch nicht klar, ob die Eisenbahnstrecke mit einer Brücke über- oder mit einem Tunnel unterquert werden wird. Vom Straßenbauamt hieß es jedoch, dass ein Tunnel auf jeden Fall teurer werden würde. Die Gesamtkosten sind zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin noch nicht einzuschätzen. Sie würden im zweistelligen Millionenbereich liegen, hieß es vom Verkehrsministerium.

Festzustehen scheint lediglich die Art Straße. "Alle Varianten gehen von einem zweistreifigen Querschnitt aus", so das Ministerium. Die Fahrbahnbreite soll 6,50 Meter betragen. "Auf der neuen Strecke werden zunächst keine Rad- und Gehwege berücksichtigt, da über die bestehende Rostocker Straße günstige Wegebeziehungen in Richtung Stadtzentrum gegeben sind."

Nachdem die sechs Varianten auf dem Tisch liegen, beginnt nun eine umfangreiche Planung. Eine Umweltverträglichkeitsstudie, ein Raumordnungsverfahren und ein Planfeststellungsverfahren erfordern jedoch viel Zeit. "Zu sagen, wir beginnen in fünf Jahren mit dem Bau, wäre sehr sportlich", so Wilfried Schubert.

Die 1970 eingeweihte Brücke war die längste Spannbetonbrücke der DDR. Nach umfangreichen Instandsetzungen 2006 ist sie wieder in einem guten Zustand und könnte noch mindestens zehn Jahre genutzt werden. Die Verkehrsbelastung ist derzeit aber für das Bauwerk zu hoch. "Für heutige Verhältnisse wurde schlicht zu wenig Stahl verbaut", so Schubert. Die Brüc ke ist deshalb bereits für den Schwerlastverkehr gesperrt und die Fahrbahnbreite wurde auf jeweils ein Spur verengt. Mit diesen Behinderungen werden Autofahrer nun noch länger leben müssen.

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