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Erinnerung in Dutzow : Brücken verbinden: wider das Vergessen

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gedenkstele am alten Grenzbach eingeweiht / Stein mit Tafel erinnert an Schleifung

svz.de von
erstellt am 03.Okt.2017 | 21:00 Uhr

„Brücken verbinden“ prangt über den Fotos auf der neuen Gedenkstele. Sie steht nur einen Steinwurf weit entfernt von jenem Goldenseebach, der einst als Teil der innerdeutschen Grenze die beiden Orte Dutzow der Gemeinde Kneese im Osten und Rosenhagen in der Gemeinde Kittlitz im Westen voneinander trennte. „Diese Stele ist wider das Vergessen, was einmal war“, erklärt Hartwig Fischer den weit über 100 Gästen bei der feierlichen Enthüllung am 27. Tag der deutschen Einheit. Hartwig Fischer und seine Frau Heike sind es, die als Mitglieder des Heimatbund und Geschichtsverein Ratzeburg die Idee dazu hatten und deren Umsetzung vorantrieben (die SVZ berichtete). Etwa 5000 Euro hat das gekostet.

Zu sehen ist auf der Rückseite der zwei Meter hohen und 60 Zentimeter breiten Säule die Schematische Darstellung des ehemaligen Grenzverlaufs und historische Aufnahmen von dem Gebiet. Die Vorderseite hingegen ziert eine Fotokollektion mit Bildern vom Neubau der Brücke und vom mittlerweile zur Tradition gewordenen Brückenfest: Im Mai 1990 hatten die Bewohner von Dutzow und Rosenhagen sowie der Nachbarorte in Eigeninitiative und ohne zu fragen provisorisch eine Brücke über den Grenzbach gebaut – dort, wo sie einst vor der deutschen Teilung existierte. Das war auch die Geburtsstunde des Brückenfestes. „Wir in Nordwestmecklenburg sind stolz darauf, dass es dieses Fest immer noch gibt. Es ist mittlerweile das einzige im Kreis mit dieser langen und ununterbrochenen Tradition“, so die zweite Stellvertreterin der Landrätin, Karla Krüger auf der Veranstaltung.

Nur wenige hundert Meter weiter erinnert nun auch noch ein weiteres Objekt an die Geschehnisse im Grenzgebiet der DDR: „Wir haben dort einen großen Stein mit einer Gedenktafel aufgestellt, wo einst Gebäude des Schlosses von Dutzow standen“, erklärt Kneeses Bürgermeister, Hans-Jürgen Hoffmann. Initiiert hat das Elke Wahlig aus Sandfeld. Die gebürtige Niedersächsin ist erst vor zwei Jahren von Bonn am Rhein nach Mecklenburg gezogen. „Bei einer geführten Fahrradtour vom Biosphärenreservat Schaalsee habe ich von diesen Dingen erfahren und die Idee dazu gahabt“, berichtet die Initiatorin. Die Gelder dafür hat sie von den Gästen ihres runden Geburtstages eingesammelt – anstelle von Geschenken.

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