Buk : Briefmarke erinnert an Leuchtturm

Turm vor Turm:  Henning Dierken vom  Wasser- und Schifffahrtsamt  präsentiert das Sonderpostwertzeichen des Leuchtturms Buk im XXL-Format.
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Turm vor Turm: Henning Dierken vom Wasser- und Schifffahrtsamt präsentiert das Sonderpostwertzeichen des Leuchtturms Buk im XXL-Format.

Das runde Backsteinmauerwerk aus MV erscheint er auf einem Sonderpostwertzeichen gleich sieben Millionen Mal

svz.de von
06. Juli 2014, 20:26 Uhr

Der Leuchtturm Buk bei Kühlungsborn gehört zum Verantwortungsbereich des Wismarer Tonnenhofs. Seit der vergangenen Woche erscheint er auf einem Sonderpostwertzeichen gleich sieben Millionen Mal.

Auf den Leuchtturm Buk, ihr am weitesten vom Arbeitsort entferntes Objekt, sind die 20 Mitarbeiter vom Außenbezirk Wismar des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Lübeck durchaus stolz. Denn das runde Backsteinmauerwerk mit dem Fundament aus Findlingen aus dem Jahre 1878 ziert ein neues Sonderpostwertzeichen.

Konkret handelt es sich um eine 45 Cent Marke, die jetzt mit dem Turmabbild auf postalische Reisen geht und so in mannigfaltiger Weise das beliebte Touristenziel und Fotomotiv zwischen Rerik und Kühlungsborn präsentiert. Eine gewiss schöne Werbung für ein Stück unter Denkmalschutz stehender Leuchtturmgeschichte. Denn dies erfolgt immerhin mit einer stolzen Auflage von sieben Millionen Exemplaren.

Neben den Poeler Türmen Timmendorf und dem kaum bekannten Feuer in Gollwitz gehört zum Zuständigkeitsbereich der Wismarer WSA-Mitarbeiter eben auch noch das betagte Leuchtfeuer auf dem Bastorfer Berg. „Schwerpunkt ist die Bauunterhaltung“, erklärt dazu der Wismarer WSA-Außenbezirksleiter Mario Fröhlich. Er und seine Mitarbeiter bereiten sich schon jetzt auf die nächste Sanierungsmaßnahme im August vor. Dann soll der Turmbereich zwischen Laternensockel und Turmschaft überholt werden. Zu tun gibt es praktisch immer etwas. Denn das runde Backsteinmauerwerk mit dem Fundament aus Findlingen ist seit 1878 in Betrieb, um mit seinem Licht den Seefahrern den Weg zu weisen.

Zu der Werbung mit dem unter Denkmalschutz stehenden Leuchtturm sagt Mario Fröhlich: „Die Gestaltung des Postwertzeichens findet bei unseren Mitarbeitern großen Anklang.“ Zudem schließt er nicht aus, dass bei den jährlich weiter erscheinenden beiden Motiven von Nord- und Ostseetürmen, auch der von Timmendorf auf Poel einmal Postsendungen zieren wird. Der wurde bereits 1871 erbaut und ging ein Jahr später in Betrieb.

Die Geschichte des Bastorfer Leuchtturms erlebte bereits 1824 seinen gedanklichen Ursprung durch Entwürfe des Architekten Carl Theodor Schwerin. Zudem verwies 1871 der Nautische Verein zu Lübeck auf die große Lücke an Warn- und Orientierungsfeuern zwischen Travemünde und dem Darßer Ort. Auch der Warnemünder Lotsenkommandant Stephan Jantzen plädierte 1876 in einem Gutachten für ein solches Feuer auf der Bastorfer Höhe. Nach eineinhalb Jahren Bauzeit ging der Turm 1878 in Betrieb. Doch damals waren an eine moderne Elektrifizierung und wie heute, an vollautomatischem Betrieb, noch längst nicht zu denken. Bis 1912 sorgten dort Öllampen für das Licht in die See. Das bedeutete für die bis zu dreiköpfige Turmbesatzung reichlich Arbeit. Unter Leitung eines Oberwärters war neben den ständigen Kontrollen und Wartungsarbeiten auch ständiges Ölkannenschleppen aus dem Keller bis zum Lampenhaus angesagt. Denn es wurde tonnenweise Öl über einem gewaltigen Docht verbrannt. Allerdings schwärzten Qualm und Ruß der Flamme das gläserne Linsensystem derart, dass man kaum mit dem Putzen nachkam.

1979 verließ im Zuge der Automatisierung der letzte Leuchtturmwärter das Objekt. Die Fernüberwachung erfolgte durch den damaligen Seehydrographischen Dienst (SHD) in Warnemünde. 1991 ging die Zuständigkeit an die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) über. Seitdem wird es durch das WSA Lübeck unterhalten. Heute sorgt nur noch eine 400 Watt starke, aber sehr lichtintensive Halogen-Metall-Dampflampe sowie ein vollautomatisch arbeitendes Drehlinsensystem für eine bis 25 Seemeilen reichende Lichtkennung. Die große Reichweite des nur knapp 21 Meter hohen Turmes resultiert daraus, dass er auf dem 78 Meter hohen Bastorfer Berg steht. Damit gilt er topografisch gesehen als höchstgelegener Leuchtturm Deutschlands.



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