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Zwischen Rehna und Lützow : Breitbandausbau ist im Zeitplan

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Kreisverwaltung muss sich an Vergabeverordnung des Bundes halten. Gefördertes Netz soll modernste Standards erreichen

svz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 05:00 Uhr

„Wir liegen im grünen Bereich, was den Zeitplan im Breitbandausbau im Landkreis Nordwestmecklenburg betrifft“, so die übereinstimmende Aussage von Landrätin Kerstin Weiss (SPD) und Dr. Roland Finke, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung, Regionalentwicklung und Planen in der Kreisverwaltung.

Danach sieht es so aus, dass für den so genannten Call 1 – das sind die Amtsbereiche Rehna, Lützow-Lübstorf sowie Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen – die Angebotsfrist am 15. November abläuft. Im Anschluss erfolgt deren Auswertung und die Verhandlungsrunden mit den Telekomunikationsunternehmen, die Angebote abgegeben haben. Bereits im Januar 2018 soll die Entscheidungsfindung beendet und die Verträge abgeschlossen sein. Danach überprüft der Bund die Vertragsinhalte und sollte er dem zustimmen, ist der Beginn der Tiefbaumaßnahmen für das 2. Quartal 2018 vorgesehen. Das gleiche Procedere läuft für die Projektgebiete von Call 2, zu dem u.a. auch das Amt Gadebusch gehört, sechs Wochen später ab.

Insgesamt umfasst der geförderte Breitbandausbau im Kreis 14 Projektgebiete, die in drei Calls aufgeteilt sind. Die Fördersumme beträgt dafür 190 Millionen Euro – Geld des Bundes. „Genau das ist der entscheidende Punkt. Deshalb muss sich die Kreisverwaltung an die Vergabeordnung des Bundes halten“, erklärt Wolfgang Reetz, Bürgermeister von Thandorf und Projektgebietsbeauftragter für das Amt Rehna. Damit nimmt er denjenigen den Wind aus den Segeln, denen das alles zu lange dauert. Er habe schon manchen Strauß mit der Kreisverwaltung ausgefochten, aber hier täte sie, was in ihrer Macht steht.

Immerhin soll aber nun das technisch modernste Kabelnetz entstehen, so Roland Finke. „Ich möchte, dass in den Häusern Glasfaserkabel aus den Wänden gucken“, sagt der Chef der Stabsstelle. Gleichzeitig räumt er damit mit dem Gerücht auf, dass die ausgeschriebenen Gebiete nur eine Kapazität von 50 Megabyte pro Sekunde (Mb/s) haben könnten. „Das beschreibt nur die grenze, ab wann so eine Leitung überhaupt förderfähig ist. Wir wollen im Privatbereich 100 und bei Gewerbe und Schulen 1000 Megabyte“, erklärt Finke. Diese 100 Mb/s seien nach seinem Kenntnisstand auch nur mit Glasfaser zu erreichen. Und das bedeute, dass das jederzeit nach oben skalierbar ist. „Ich will das noch einmal betonen, dieser geförderte Ausbau hat nichts mit dem marktgetriebenen Ausbau zu tun. Das sind völlig unterschiedliche Sachen“, so der Behördenmitarbeiter. Nordwestmecklenburg sei mit diesem Projekt Vorreiter auf diesem Gebiet in MV und möchte damit seine Attraktivität als Wirtschafts- und Lebensstandort weiter erhöhen.

Auch Wolfgang Reetz ist mit den aktuellen Planungen und Aktivitäten der Kreisverwaltung zufrieden. „Thandorf, Utecht und Schlagsdorf sind eben nicht Ratzeburg – die haben ganz andere Kapazitäten zu bieten“, sagt er im Hinblick auf den Unmut einiger Bürger, die auf den Breitbandausbau in der Nachbarschaft schielen. Allerdings räumt er ein: „Die Umständlichkeit in der Bürokratie des Bundes ist kaum noch kommunizierbar!“ Reetz hofft nun, dass neben der Kreisverwaltung auch die zuständige Bundesbehörde sich an den Zeitplan hält. „Die größte Schwierigkeit sehe ich dann aber in der Baukapazität der Firmen“, so der Projektgebietsbeauftragte. So recht glaubt er nicht daran, dass Ende 2018 im Amt Rehna das Breitband zur Verfügung steht.

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