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Ermittlungserfolg in Wismar : Breakdancer nimmt Sprayer fest

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Dimitri Sonnengrün ist Fan der amerikanischen Tanzart und legte als Polizist einen erfolgreichen Einstand in Wismar hin

von
erstellt am 27.Apr.2017 | 17:13 Uhr

Ein Breakdancer in den Reihen der Landespolizei MV hat in der Kreisstadt Wismar einen Einstand nach Maß hingelegt. Er zeigte seinen neuen Revierkollegen nicht etwa eine Kostprobe seines tänzerischen Könnens, sondern zog in seiner ersten Woche in der Hansestadt gleich einen ziemlich „großen Fisch“ an Land. Denn als halb Wismar am Wochenende noch in den Federn lag, sprintete der Polizist Dimitri Sonnengrün mit einem seiner Kollegen morgens um 3 Uhr einem mutmaßlichen Graffitisprayer hinterher. Nach mehreren hundert Metern konnten sie den Tatverdächtigen schließlich stellen und vorläufig festnehmen (SVZ berichtete).

Auf einer Pressekonferenz im Wismarer Rathaus gab die Polizei heute weitere Details bekannt. So wollte der 31-Jährige offenbar eine fast zehn Meter breite und zwei Meter hohe Fläche der Hochbrücke Wismar mit einem Graffito besprühen. Dafür war die Fläche bereits vorbereitet worden – und genau dies hatte eine Polizeistreife auch Verdacht schöpfen lassen.

Dass ausgerechnet Dimitri Sonnengrün wenig später die Festnahme glückte, macht den Leiter des Polizeihauptrevieres Wismar, Dr. Andreas Walus durchaus stolz. Denn sein junger Kollege – er sprintete die 100 Meter einst in zwölf Sekunden – ist erst seit einer Woche im Rahmen seiner 2015 begonnenen Polizei-Ausbildung am Standort Wismar tätig. Und er soll erst noch im Laufe dieses Jahres Polizeimeister werden. Nach der Festnahme des mutmaßlichen Graffitisprayers gratulierte ihm der Revierleiter allerdings schon jetzt zu einer „herausragenden Leistung“.

Jede Menge Probleme könnten hingegen auf den 31-jährigen Tatverdächtigen zukommen. Denn er scheint einiges als Sprayer auf dem Kerbholz zu haben. So stellten die Beamten im Keller des Mannes rund 700 Spraydosen sicher. „Etwa 90 Prozent davon waren bereits benutzt worden“, verdeutlicht Polizeirat Andreas Walus. Nach seinen Angaben fanden die Polizisten auch Eddingstifte und eine Atemschutzmaske. Hinzu kamen die 15 Spraydosen, die der Mann während seiner Flucht wegwarf und die ebenfalls sichergestellt wurden.

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) ist froh, dass der Polizei dieser Ermittlungserfolg gelang. Denn die Hansestadt habe zunehmend mit Graffiti und Schmierereien zu kämpfen. „Wir versuchen, diese an unseren öffentlichen Gebäuden so schnell wie möglich zu beseitigen. Wir bitten aber auch andere Eigentümer darum, uns das gleichzutun, weil man damit der Szene ein bisschen den Spaß nehmen würde“, sagt Bürgermeister Thomas Beyer.

Pro Jahr gibt die Hansestadt mehrere zehntausend Euro aus, um Schmierereien entfernen zu lassen. In einem Jahr waren es sogar 80 000 Euro. 

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