Wismar : Brandstiftung schockt Einwohner

In diesem Durchgang haben unbekannte Täter Stapel mit leeren Verpackungsmaterialien aus Pappe in Brand gesetzt. Eine direkt über dem Durchgang wohnende 55-jährige Mieterin erlitt dabei eine Rauchgasvergiftung. Fotos: Holger Glaner
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In diesem Durchgang haben unbekannte Täter Stapel mit leeren Verpackungsmaterialien aus Pappe in Brand gesetzt. Eine direkt über dem Durchgang wohnende 55-jährige Mieterin erlitt dabei eine Rauchgasvergiftung. Fotos: Holger Glaner

Unbekannte setzen in einem Tunneldurchgang Pappstapel in Brand. Eine 55-Jährige erleidet eine Rauchgasvergiftung

svz.de von
23. August 2016, 17:31 Uhr

Brandgeruch statt Bratwurstduft kriecht den Passanten in die Nase. Dort, wo sonst das traditionsreiche Wahrzeichen Thüringens im aufgeschnittenen Brötchen vorzugsweise mit mittelscharfem Senf an den Mann gebracht wird, versperrte heute Morgen eine rot-weiße Absperrung den Weg. Denn im bekannten Tunneldurchgang des Wohn- und Geschäftshauses „Hinter dem Rathaus“ hat es in der Nacht zu Dienstag gebrannt. Eine 55-jährige Mieterin erlitt dabei eine Rauchgasvergiftung und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Am Montagabend wurde um 21.44 Uhr bekannt, dass es in dem Tunneldurchgang brennt. Die eingesetzten Beamten stellten fest, dass durch Unbekannte ein Stapel mit leeren Verpackungsmaterialien aus Pappe in Brand gesetzt wurde. Die Pappe wird durch die umliegenden Gewerbetreibenden dort regelmäßig zur Abholung abgelegt. Die nächste Abholung war für Dienstagmorgen geplant. Durch den Brand wurden der Tunneldurchgang, die Elektroanlage der Beleuchtungseinrichtung des Tunnels sowie die historische Tür eines Mobiltelefongeschäftes beschädigt. Weiterhin zersprangen mehrere Fenster anliegender Wohnungen und Geschäfte.

In den vergangenen Wochen hatte es in verschiedenen Wismarer Stadtteilen, vornehmlich in Wendorf und im Friedenshof, immer wieder Brände gegeben, bei denen Mülltonnen angesteckt wurden. Zuletzt hatte Ende vergangener Woche auch auf dem Gelände der Hochschule Wismar ein Müllcontainer gebrannt. Verletzt wurde auch dabei glücklicherweise niemand.

Doch das ist nun anders. Erstmals kam ein Mensch zu Schaden. „Damit erreichen diese Brandstiftungen eine neue Dimension. Wir hoffen jetzt auf Zeugenhinweise, um die Brände miteinander vergleichen zu können. Ein Zusammenhang ist nicht auszuschließen, muss aber noch geprüft werden“, sagt Polizeisprecherin Nancy Schönenberg.

Die gute Nachricht: Die beim jüngsten Brand verletzte Mieterin konnte das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen. Die 55-Jährige ist Fraktionsmitglied der Partei Die Linke in der Wismarer Bürgerschaft. „Einen politischen Hintergrund hat der Brand aber sicher nicht“, ist sich Bürgerschaftspräsident Tilo Gundlack (SPD), der am Morgen den Tatort besichtigte sicher. Und noch eine gute Nachricht: Es ist nicht noch mehr passiert. Denn im angrenzenden Gebäude befinden sich mehrere Arztpraxen, ein Eiscafé, ein Modegeschäft sowie eine Apotheke.

Zur Höhe des entstandenen Sachschadens können noch keine Angaben gemacht werden. Der Kriminaldauerdienst des Kriminalkommissariats Wismar übernahm die Spurensicherung am Brandort.

Zur Aufklärung der Straftat bittet die Polizei um Mithilfe. Es werden Zeugen gesucht, die den Vorfall beobachtet haben oder Hinweise zu den Tätern geben können. Sachdienliche Hinweise nimmt das Polizeihauptrevier Wismar telefonisch unter 03841/2030, jede andere Polizeidienststelle oder die Internetwache der Polizei unter www.polizei.mvnet.de entgegen.  

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