Gottesgabe : Brandgefährlicher Rosenkrieg

Dieses Haus in Gottesgabe wurde ein Raub der Flammen. Der Hausbesitzer war auf Nachtschicht, als die von ihm getrennt lebende Frau das Feuer gelegt haben soll.  Fotos: Werner Mett (2)
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Dieses Haus in Gottesgabe wurde ein Raub der Flammen. Der Hausbesitzer war auf Nachtschicht, als die von ihm getrennt lebende Frau das Feuer gelegt haben soll.

In Gottesgabe ist ein Haus in Flammen aufgegangen. Der Verdacht: Die Ex-Frau des Besitzers soll das Feuer gelegt haben.

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24. September 2015, 21:00 Uhr

Lebensgefährlicher Rosenkrieg in Gottesgabe: Dort ist gestern früh ein Einfamilienhaus in Flammen aufgegangen. Der schlimme Verdacht: Das Feuer soll von der ehemaligen Frau des Hausbesitzers gelegt worden sein. Sie lebt derzeit in Trennung zu ihm.

„Mit Hilfe von Brandbeschleuniger wurde zunächst der Carport in Brand gesetzt, wobei das Feuer in der weiteren Folge auf das Wohnhaus übergriff“, sagte gestern André Falke von der Polizeiinspektion Wismar. Die Kripo ermittelt nun wegen schwerer Brandstiftung gegen die tatverdächtige Frau.

Nur wenige Stunden nach Brandausbruch hatte sich die Tatverdächtige telefonisch bei der Integrierten Leitstelle Westmecklenburg gemeldet. „Sie gab an, das Feuer gelegt zu haben“, so Falke weiter. Nach seinen Angaben ist sie gesundheitlich angeschlagen und wurde im Laufe des Vormittags zur weiteren medizinischen Betreuung ins Sana-Hanse-Klinikum nach Wismar gebracht.

Fassungslosigkeit herrscht nicht nur bei Einwohnern von Gottesgabe, sondern auch bei den 50 Feuerwehrleuten aus Grambow, Gottesgabe, Klein Welzin, Lützow und Gadebusch. Als sie am Brandort eintrafen, brannte das Einfamilienhaus bereits in voller Ausdehnung. „Dass jemand, aus welchen Gründen auch immer, so etwas wie hier tut und einem anderen die Existenz raubt, ist schlimm. Ein Menschen, dem das Haus angezündet wurde, fühlt sich vielleicht wie ein Kriegsflüchtling, dem nur noch die Kleidung geblieben ist, die er anhatte“, meinte einer der Feuerwehrleute.

Der Bewohner des Hauses soll sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs nicht im Gebäude befunden haben. Er war auf Nachtschicht. Als er danach nach Haus kam, sah er die Flammen. „Der Mann hat jetzt nichts mehr. Er steht unter Schock, was verständlich ist“, sagt Gottesgabes Bürgermeisterin Bärbel Jürß. Die Gemeindechefin zeigte ihm umgehend Hilfsmöglichkeiten auf, zahlte mehrere hundert Euro als Soforthilfe aus, damit sich der Mann Kleidung kaufen kann. Wohnen wird er vorerst bei einem Familienmitglied in einem Nachbarort. Die Hilfsbereitschaft, so Bürgermeisterin Jürß, sei groß.

Viele Einwohner seien aber auch einfach aufgewühlt nach der Brandnacht mit den verheerenden Folgen.

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