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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

20. November 2017 | 15:02 Uhr

Schlosspark saniert : Bothmers neue Blickwinkel

vom

Nach einjähriger Bauzeit ist die denkmalgerechte Wiederherstellung des Parks von Schloss Bothmer zum größten Teil abgeschlossen. Die Sanierung der Anlage, die seit 2008 im Landesbesitz ist, kostete eine Million Euro.

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erstellt am 21.Aug.2012 | 10:34 Uhr

Klütz | Nach rund einjähriger Bauzeit ist die denkmalgerechte Wiederherstellung des Parks von Schloss Bothmer zum größten Teil abgeschlossen. Die Sanierung der Anlage, die seit 2008 im Landesbesitz ist, kostete rund eine Million Euro.

"Die Kirche von Klütz konnten wir vom Park aus noch nie sehen. Früher war hier alles zugewachsen", sagt Elisabeth Möller und zeigt mit dem Arm in Richtung Klütz. Jetzt ist der Kirchturm der Kleinstadt zu sehen, jetzt ist der Wildwuchs verschwunden - und Elisabeth Möller genießt mit ihrem Mann Günther und Enkel Markus die vielen neuen Blickwinkel, die sich in der Parkanlage des Barockschlosses Bothmer den Besuchern bieten. Familie Möller stammt aus Klütz, kennt Schloss und Park schon seit Jahrzehnten. "Zu DDR-Zeiten war hier ein Altenheim. Hier wurde viel in den Park gebaut, das hier nicht hingehörte. Jetzt ist das alles zum Glück wieder verschwunden, auch die Freilichtbühne", sagt Elisabeth Möller.

Ein paar Meter von den Möllers entfernt steht ein Tross Menschen, der sich von Dietmar Braune über die wieder nach historischen Vorbildern angelegten Wege des Parks führen lässt. Braune ist Diplom-Ingenieur für Gartenbau, steht in Diensten der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in MV und ist Projektleiter für die denkmalgerechte Wiederherstellung des Parks. "So sah diese Lindenallee vorher aus", sagt Braune und hält ein großes Bild hoch. 30 Meter lang waren die Bäume früher, jetzt sind sie um zehn Meter und mehr gestutzt worden. Gestutzt, geschnitten und geschlagen - über zwei Dutzend nachträglich gepflanzter Linden sind aus dem rund fünf Hektar großen Park, der parallel zum Schlossbau vor fast 300 Jahren angelegt wurde, ganz verschwunden. Unzählige Sträucher wurden entfernt, um so die einzeln angelegten Bäume und Baum-Gruppen wieder in den Fokus zu rücken. "Jetzt gibt es ganz neue Sichtachsen", erklärt Dietmar Braune den geladenen Gästen, die an diesem sonnigen Augusttag gekommen sind, weil Finanzministerin Heike Polzin den Schlosspark Bothmer offiziell der Öffentlichkeit übergeben will. Die Finanzministerin kommt nicht, da sie in Schwerin beim Krisengipfel zur Rettung der beiden angeschlagenen P+S Werften in Stralsund und Wolgast teilnehmen muss. Der Park wird trotzdem übergeben, und ihr Grußwort liest einer ihrer Mitarbeiter vor.

Wasserlinsen haben das Gewässer in dem Graben grün gefärbt, der sich um die geometrisch angelegte Anlage zieht. "Ihn zu entschlammen gehört mit zu unseren kommenden Aufgaben", sagt der Projektleiter. Auch die imposante Festonallee, die zur Bothmerschen Anlage führt, soll später noch bearbeitet werden.

Von vielen Stellen des Parks aus ist jetzt das stattliche Schloss zu sehen, dessen Haupthaus von Gerüsten umspannt wird. 2014 soll die Sanierung von Schloss und Park komplett abgeschlossen sein. Insgesamt wird das Land rund 20,75 Millionen Euro dafür aufwenden. "Die Gelder", so heißt es aus dem Finanzministerium, "stammen zum größten Teil aus Mitteln des EU-Fonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER)." Ab 2014 soll im Schloss eine Dauerausstellung über den Bauherrn Hans Caspar von Bothmer (1656-1732) und über die Geschichte der Güter im alten Mecklenburg eröffnen.

Schon am kommenden Sonnabend findet ein Konzert im neuen alten Schlosspark im Zuge der Festspiele MV statt. Das Konzert trägt den Titel "komponierte Landschaften".

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