Raps in Veelböken : „Bonanza“ lockt Landwirte aufs Feld

Infos aus erster Hand erhielten Landwirte beim 40. Rapstag in Veelböken.
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Infos aus erster Hand erhielten Landwirte beim 40. Rapstag in Veelböken.

Sorten mit ungewöhnlichen Namen standen im Mittelpunkt des 40. Rapstages

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02. Juni 2016, 04:39 Uhr

Das Land MV hat sich mit großem Abstand auf Platz eins der Ölsaatproduktion in Deutschland katapultieren können. Das sagte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) gestern beim 40. Rapstag auf dem Agrarhof Veelböken. Nach seinen Angaben befinden sich 18 Prozent der bundesweiten Rapsfläche in MV. „Bei einer Gesamtmenge von rund einer Million Tonnen werden mit der gelben Pracht pro Jahr rund 370 Millionen Euro umgesetzt“, betonte Backhaus.

Der Rapstag in Veelböken hatte knapp 200 Besucher angelockt. Vor allem Landwirte nutzten die Möglichkeit, um sich unter anderem über neue Forschungsergebnisse, Pflanzenschutzversuche und neue Rapssorten zu informieren. So waren auf einem Versuchsfeld insgesamt 26 verschiedene Rapssorten mit ungewöhnlichen Namen wie Bonanza, Archimedis oder Nimbus angebaut worden.

Sorgen bereiten Landwirten nach wie vor Schädlinge wie die Kohlfliege. „Sie können wir derzeit nicht bekämpfen, weil wir keine Mittel dagegen haben“, sagte Klaus-Dieter Meißner vom Agrarhof Veelböken. Nach seinen Angaben fressen sich die Maden der Kohlfliege in die Wurzeln und verursachen dabei massive Schäden.

Ein viel diskutiertes Thema war am Rande des Rapstages die Debatte um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, dessen aktuelle Zulassung Ende dieses Monats ausläuft. Landwirte wie Meißner möchten dieses Mittel auch künftig verwenden dürfen. Sie fordern daher eine Regelung, dass sie Glyphosat nach Absprache mit dem Pflanzenschutzamt einsetzen können, wenn der Raps beispielsweise nicht reif werde oder es andere Probleme gebe. „Was wir nicht wollen ist, dass manche großen Betriebe wie beispielsweise im Klützer Winkel alles flächendeckend mit Glyphosat tot spritzen“, sagte Meißner.

Anlässlich des 40. Rapstages waren auch Ehrengäste wie zum Beispiel Dr. Erich Erichsen zu dieser traditionsreichen Veranstaltung eingeladen worden. Er war einst für den Pflanzenschutzdienst Schwerin tätig und engagierte sich jahrzehntelang für den Rapstag. „Ich bin froh, dass solch wichtige Veranstaltungen weiter geführt werden im Land“, sagte Erichsen. Denn es komme nicht von ungefähr, dass in MV hohe Erträge beim Raps erzielt würden. So konnten laut Landwirtschaftsministerium in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich 45 Dezitonnen pro Hektar erreicht werden. Zu Beginn des Rapsanbaus um 1900 beliefen sich die Erträge auf etwa zehn Dezitonnen pro Hektar.

Veranstaltet worden war der 40. Rapstag von der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei, dem Agrarhof Veelböken und dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei.

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