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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

19. November 2017 | 00:34 Uhr

Bürgermeisterwahl : Böttcher nimmt Kurs aufs Amt

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Der ehemalige Kapitän stellt sich in Rehna erneut zur Wahl des Bürgermeisters und hat keine Angst vor einer Niederlage

svz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 10:00 Uhr

Alfred Böttcher aus Rehna (parteilos) bewirbt sich erneut für das Amt des Bürgermeisters der Stadt. Der 71-Jährige stellte sich bereits seit 2002 mehrmals zur Wahl. Im SVZ-Interview mit Redakteurin Katharina Roese berichtet Alfred Böttcher über den politischen Kurs, den er als Bürgermeister einschlagen würde und über die Punkte, bei denen es in seinen Augen derzeit in der Kommunalpolitik hakt.

Herr Böttcher, Sie waren Kapitän zur See und haben im Zuge dessen viel allein entschieden. Sind Sie in der Kommunalpolitik ein Teamspieler? Alfred Böttcher: Ich integriere mich sehr gerne und habe mich auch schon in viele Sachen eingearbeitet.

Welchen Kurs wollen Sie als möglicher Bürgermeister einschlagen? Wenn man Bürgermeister sein will, darf man sich nicht von einer Institution schieben lassen. Ich möchte eine faire, transparente, ehrliche und unparteiische Politik machen. Wo ist die jetzige Politik transparent? Ich sehe die Transparenz nicht. Hier machen einige, was sie wollen. Man wird nur ausgebootet und in die Klemme gebracht. Die Politik im Moment ist unfair. Das sehen wir an den 240 Garagen hier. Wenn ich deren Nutzer schon einlade, dann habe ich mit ihnen fair zu reden und die Fakten auf den Tisch zu legen. Ich möchte eine transparente Politik – durch Böttcher kann man durchgucken.


Woran hakt es in Ihren Augen in der Kommunalpolitik derzeit? Es hakt daran, dass in meinen Augen nicht auf die Bürger eingegangen wird. Man muss mehr mit ihnen zusammenarbeiten. Es geht um ein Miteinander. Was jetzt aber hier betrieben wird, ist schon Personenkult. Das sag ich so, wie es ist. Politik, Wirtschaft und Soziales müssen in einander greifen. Wenn ich etwas mache, dann müssen die Bürger doch vorher wissen, was los ist. Die Transparenz fehlt. Bürger werden nicht in politische Entscheidungen eingebunden und stehen dann da wie der Ochs vorm Tor. Außerdem herrscht mitunter eine Willkür in Personalfragen. Gerade diese Entscheidungen müssen rechtmäßig zustande kommen.


Ordnung und Sicherheit sind Ihre großen Themen: Welche Brennpunkte gilt es hier aus Ihrer Sicht zu entschärfen? Die ganze Autofrage, den ruhenden Verkehr. Es wird alles zugeparkt, sogar 40-Tonner werden in der Theodor-Körner-Straße geparkt. Ich habe zwar Respekt vor der Arbeit der Leute im Amt, aber in meinen Augen müsste jemand zusätzlich eingestellt werden, der rumgeht und mehr kontrolliert. Ich möchte nicht, dass man dabei die Leute laufend bezahlen lässt, heute hat keiner Geld, aber man muss mit ihnen reden, sie auf die Situation aufmerksam machen und ihnen sagen: So geht das nicht. Auch die Einhaltung der Geschwindigkeit ist nicht immer gegeben und die großen 40-Tonner, die möchte ich raus haben. Ich habe vorgeschlagen, eine Lkw-Maut für die Bundesstraßen zu erheben, dann würden die Lkw wieder mehr die Autobahnen nutzen und wären raus aus den Ortschaften. Die machen die ganze Innenstadt kaputt. Und ich würde mir mehr Naturschutz wünschen. Nicht nur reden, sondern handeln. Es heißt oft nur Fällen, Fällen, Fällen – ob Chausseebäume oder die Silberpappeln am Sportplatz – das geht doch nicht.
 

Ein Blick zurück: Die Dienstwagenaffäre hat in den vergangenen Jahren für viel Wirbel gesorgt. Wie sehen Sie die Ereignisse rückblickend? Ich sehe, dass da nichts bei rausgekommen ist, gar nichts. Es hat keine Aufklärung stattgefunden. Der Amtsvorsteher ist in meinen Augen der erste Mann in Rehna und er kann dem Bürgermeister sagen, wo es langgeht. Und wenn es ein schwarzes Schaf gibt, dann kann er handeln. Das hat er aber nicht. Ich habe damals gesagt: Herr Oldenburg, Sie haben das Amt des Bürgermeisters beschädigt. Es geht nicht nur um die 6000 Euro, die Herr Gros verantworten sollte. Da ist ein bisschen mehr dran. Ich habe damals rausgefunden, dass es nicht nur für Dienstwagen sondern auch für Wirtschaftsfahrzeuge keine Ausschreibung gegeben hatte. Und was ist dabei rausgekommen: Herr Oldenburg ist aufgestanden bei der Amtsausschusssitzung damals, hat gesagt, er übernehme die politische Verantwortung und hat sich wieder hingesetzt. Das war es dann. Hier in der Stadt Rehna fällt viel unter den Tisch.


Rehna hat zahlreiche Vereine. Wie wollen Sie eine faire Vereinsförderung sicherstellen?
Die Vereine könnten Anträge stellen, erklären, wofür sie das Geld brauchen und dann würde ich nach Notwendigkeit entscheiden. Ich würde fair entscheiden, abwägen und dort eingreifen, wo es notwendig ist. Sollte ich das Amt übernehmen, würde ich einen Teil meiner Aufwandsentschädigung dafür verwenden, dort einzugreifen, wo es Not tut. Gerade bei älteren und jüngeren Leuten und bei Vereinen. Das habe ich schon vor Jahren gesagt.


Was machen Sie am 25. Mai um 18 Uhr? Wo werden Sie sein und mit wem werden Sie auf die Ergebnisse warten?
Ich habe nie auf die Ergebnisse gewartet. Ich werde zu Hause sein und mich überraschen lassen. Und wenn ich nicht gewählt werde, dann geht die Sonne immer noch im Osten auf. Bitte nehmen Sie ihr Wahlrecht wahr. Ich bitte Sie höflichst um Ihre Stimme.
 

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