Ohtenstorf : Bocklämmer und andere Freuden

Roger Meyer zur Capellen  mit dem tierischen Nachwuchs: Die Thüringer Waldziege macht ein Großteil seiner Herde aus.  Fotos: volker bohlmann
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Roger Meyer zur Capellen mit dem tierischen Nachwuchs: Die Thüringer Waldziege macht ein Großteil seiner Herde aus. Fotos: volker bohlmann

Biobetrieb Gut Othenstorf baut seine Ziegenmilchproduktion weiter aus. Die 140 Tiere geben 60 000 Liter Milch

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22. Februar 2014, 00:15 Uhr

Hier meckert nicht nur einer, sondern ein ganzer Stall voller Zicklein und Ziegen. Bei Roger Meyer zur Capellen gehört der Chor der Tiere zum täglichen Geschäft. Thüringer Waldziege, die Bunte Deutsche Edelziege und die Weiße Deutsche Edelziege stimmen tagtäglich in den Stallungen hinter dem „Weißen Haus“ von Othenstorf mit ein. „Macht ja auch Spaß, sich mit den Tieren zum Sonnenaufgang zu beschäftigen“, sagt der Landwirt aus Leidenschaft.

Unter dem Markenzeichen „Gut Othenstorf“ wirbt der 37-Jährige für den kleinen abgeschiedenen Ort und für Ziegenmilch und das, was man daraus produzieren kann. Genauer gesagt: Ziegenkäse. Und der Markt für Käsesorten dieser Art wächst kontinuierlich. So liefert das kleine biozertifizierte Unternehmen die frische Milch nach Rögnitz, wo Ute Rohrbeck und Team feinste Geschmacksrichtungen kreieren und neuerdings auch die Ziegenkäsefreunde in der Hauptstadt Berlin mit echter Biokost aus Westmecklenburg und der Schaalseeregion erfreuen.

Der Weg zum Käse ist arbeitsreich und beginnt in Othenstorf bei Rehna. „Wir haben unsere Herde vergrößert und erstmals über die Wintermonate durchgemolken“, sagt Meyer zur Capellen. 140 Tiere betreut er an 365 Tagen im Jahr. Das sind 40 Tiere mehr als das kleine Unternehmen in den vergangenen Jahren hielt. Mit dem Zuwachs steigt die Milchproduktion. „Im Rückblick auf das vergangene Jahr inklusive des endenden Winters gaben die Tiere zirka 60 000 Liter Milch“, sagt Meyer zur Capellen. Zeit für Urlaub bleibe da wenig, sei gar Luxus. Dafür sei er sein eigener Chef und habe die Möglichkeit, den Tag seinen Vorstellungen entsprechend zu gestalten. Die Tiere bestimmen aber den Ablauf, zumindest den Start in den Tag. Und die Familie dürfe ebenso nicht zu kurz kommen. Seit 2001 steht Roger Meyer zur Capellen im Bereich Landwirtschaft auf eigenen Beinen. Stück für Stück baut er das ehemalige Gutshaus um, saniert das alte Gemäuer.

Bevor am Haus gebaut wird, geht es ab Frühjahr wieder raus auf die Grünflächen. Dort produziert der landwirtschaftliche Betrieb nach den strengen Kriterien der Biozertifizierung das Futter auf eigenen Flächen. Dazu gehört in erster Linie Grünfutter und die Heugewinnung. „Wichtiges Kraftfutter müssen wir von ebenso zertifizierten Betrieben ankaufen“, so Meyer zur Capellen. All die Normen und Vorgaben werden jährlich von einer Fachgruppe geprüft.

Die Landschaftspflege an der Radegast, 500 Schafe, die zwischen Schwerin und Groß Rünz für die Landschaftspflege unterwegs sind, gehören zum Programm auf Gut Othenstorf. „Jetzt ist allerdings Lammzeit, da gibt es ein wenig mehr im Stall zu tun“, erzählt der 37-Jährige. Alle Tiere behält Meyer zur Capellen nicht. Einige der „Bocklämmer“ will er abgeben: „Wer möchte, kann sich bei mir ein paar Jungtiere in Othenstorf abholen.“

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