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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2017 | 03:19 Uhr

Perlin : Blütenzauber im Naturgarten

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Sigrid Schott gibt den Pflanzen Freiraum für ein ungestörtes Wachstum / Perlinerin unterstützt mit Pflanzengabe Parkanlage Kaeselow

von
erstellt am 10.Apr.2014 | 00:00 Uhr

„Wildromantisch? Nein, hier darf alles wachsen wie es will“, sagt Sigrid Schott. Die Perlinerin genießt den Gang durch ihren naturnahen Garten in der Boddiner Straße. Sie erfreut sich an der ersten Blütenpracht, schaut auf die weißen Anemonen, die sich am Heckenrand verbreiten oder die Herbstzeitlosen, die im Frühjahr ihr Blattwerk zur Schau stellen. Die 76-Jährige kennt sich aus mit Blumen, Bäumen und Kräutern. Ein botanischer Wissensschatz, den sie von ihren Eltern übernahm und als Lehrerin in Schulen wie Renzow, Perlin und Badow erweiterte und vor allem dort an die Kindern weitergab.

All das ist Jahrzehnte her. „Darüber müssen sie nicht schreiben“, sagt die Perlinerin und lacht. Aber ihre Liebe zur Natur, die kann sie in ihrer Bescheidenheit nicht verbergen. Egal welche Pflanze die ersten Triebe aus dem Erdboden schiebt, welcher Strauch blüht, sie kennt Blumen und Bäume beim Namen. „Liriodendron tulipifera wird in den kommenden Tagen seine Blüten zeigen“, sagt sie. Gemeint ist der Tulpenbaum an der Straße. Die lateinischen Namen seien wichtig, betont die Naturfreundin. „Ich habe den Ehrgeiz, alle meine Untermieter mit Namen ansprechen zu können“, sagt die Perlinerin. Nur so besteht die Chance, Verwechslungen der Pflanzen auszuschließen.

Ein Wissenstand, den ihre Generation pflegt. Sie erzählt von „Heini“, dem Kollegen aus Rehna, mit dem sie „viel unterwegs war“. Ein Kosename, den Heinrich Sternberg trug, der Biologielehrer der Stadt Rehna, dessen Namen heute der Stadtpark am Mühlenteich trägt. Damals waren mit ihm die naturkundlichen Fahrten sehr beliebt, ließen sich junge Menschen für die Botanik begeistern. „Das ist auch heute noch möglich“, meint Schott. Voraussetzung sei ein praxisnaher Unterricht. „Sehen, anfassen, probieren“, lautet die Zauberformel der Perlinerin. Nicht anders arbeitet sie heute in ihrem Domizil.

So wurden aus zehn Knollen von Winterlingen innerhalb von 30 Jahren Zehntausende neuer Pflanzen. Mehr als ihr Garten auf den ersten Blick vertragen mag.

In der Natur erhält alles seinen Platz. Ein Teil des gelb blühenden „Teppichs“ wird in den kommenden Jahren die Kaeselower erfreuen. „Frau Schott hat sie nach einer Pflegemaßnahme der Gemeinde Lützow überlassen“, sagt Rudolf Wedemann aus Perlin. Als Farbtupfer kamen einige Pflanzen des Schneestolz hinzu – eine blau blühende Frühlingspflanze. „Sie gibt gern. Besonders, wenn andere Menschen daran Freude haben“, so Wedemann. So erhielt auch die Kindertagestätte Puschel in Renzow Unterstützung bei den Anpflanzungen auf dem Kita-Gelände. Ab und an halten am Tor sogar Urlauber und fragen nach den Pflanzen.

Über die nun freien Stellen im Garten macht Sigrid Schott sich weniger Gedanken: „Es ist sinnvoll, die Pflanzen in Ruhe zu lassen, die wachsen von ganz allein.“ Folglich breitet sich zwischen den jungen Astern und Pfingstrosen auch schon mal der Feldsalat aus. Aber der sei ja bekanntlich schmackhaft und obendrein noch gesund.

Verschiedene Kräuter, Ramblerrosen und eine Artenvielfalt von Nadelbäumen finden sich darüber hinaus im Garten. Ein Fleckchen Erde zum Wohlfühlen, meint Sigrid Schott, das in jeder Jahreszeit seinen Reiz hat.


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