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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

23. Oktober 2017 | 21:08 Uhr

Serie Naturnah : Blütenträume gegen Herbstgrau

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Wintergeißblatt und Alpenveilchen sollen die triste Jahreszeit aufblühen lassen

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2015 | 23:54 Uhr


Gruselig war das, was uns die letzten Tage an ersten Herbsteindrücken beschert haben. Die Sonne kam kaum durch den wabernden Nebel, es war kalt und feucht. Selbst die sonst so robusten Herbstblüher wie Kissenastern, Herbstanemonen und Chrysanthemen ließen traurig ihre Köpfe hängen und ergaben sich offensichtlich ihrer Herbstdepression.

Besonders schlimm schien es in diesem Jahr die Herbstzeitlosen getroffen zu haben. Die haben sich gleich sterbend auf den feuchten Boden gelegt... kein Wunder!

Mein persönlicher Rausreißer aus Herbstblues und Schwermut ist, neben einigen Höhepunkten, die im Garten noch immer zu finden sind, die Gartenplanung für das kommende, zeitige Frühjahr.

Pflanzenbeschreibungen und Bilder mit blühenden Gehölzen in Gartenzeitschriften und Gartenbüchern lenken den Blick weg vom tristen Herbstgrau in blühende Vorfrühlingsgärten auf bunte Bücherseiten.

Mein gärtnerisches Bestreben ist es, immer etwas Blühendes im Garten zu haben, selbst im tiefsten Winter und Vorfrühling. In diesem Herbst habe ich mir vorgenommen, einige frühblühende Gehölze in exponierte Lagen unseres Gartens zu pflanzen. Diese Vorfrühlingsboten sollen unsere Gäste am Hauseingang und beim Blick aus den Fenstern erfreuen.

Für die Beete vor unserer Veranda habe ich mir das Wintergeißblatt (Lonicera purpusii) als Winterdauerblüher ausgesucht. Angeblich blüht es in halbschattigen bis sonnigen Lagen von Ende Dezember bis April und verspricht unsere Besucher mit süßen Duft zu empfangen.

Dieser Strauch wird etwa zwei Meter hoch, ist pflegeleicht und was ich besonders toll finde, in geschützten Lagen wintergrün und nach der Blüte mit vielen bunten Beeren besetzt. Ab April wird die Versorgung mit Blüten und Duft dann von seinen rankenden und schlingenden Verwandten übernommen. Die hatte ich schon im vergangenen Jahr an die Pfosten der Verandaüberdachung gepflanzt. In rasendem Tempo haben sie sich bis in eine Höhe von drei Metern empor gerankt und schmücken jetzt Veranda und Hauseingang mit bunten Blüten, satt grünem Laub und leuchtendroten Früchten.

Für die Beetgestaltung zwischen den einzelnen Vertretern der Geißblattfamilie habe ich herbstblühende Alpenveilchen (Cyclamen hederofolium) und frühlingsblühende Alpenveilchen (Cyclamen coum) ausgesucht. Mit etwas Glück blüht die letztere Sorte schon ab Februar und wird dann von den ersten Frühlingsblühern abgelöst.

Auch wenn es noch etwas dauert, bis Geißblatt und Frühlings Alpenveilchen ihre Blüten öffnen, so ist die Gartenplanung für die kommende Saison ein willkommener Anlass Spaten und Hacke bei trübem Herbstwetter im Schuppen zu lassen und von duftenden Blütengärten zu träumen.

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