Industriekultur am Wasser : Blicke in einen schlafenden Riesen

Die Mühlenwerke Bad Kleinen können am 3. und 4. Oktober besichtigt werden.
Die Mühlenwerke Bad Kleinen können am 3. und 4. Oktober besichtigt werden.

Die Mühlenwerke Bad Kleinen können am 3. und 4. Oktober bei den „Tagen der Industriekultur am Wasser“ besichtigt werden

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15. September 2015, 20:30 Uhr

Mit 350 Veranstaltungen in 124 Denkmalen an 60 Orten geht das Projekt „Tage der Industriekultur am Wasser“ der Metropolregion Hamburg in die dritte Runde. Hafenanlagen, Schleusen und Schiffe, Leucht- und Wassertürme, Brücken und Mühlen, Fabriken und Kraftwerke geben am 3. und 4. Oktober Einblicke in die Welt der Industriekultur am Wasser. Mit dabei die Mühlenwerke Bad Kleinen – der leere, schlafende Riese am Schweriner See lädt an beiden Tagen zu Besichtigungen und zur Siloturmbesteigung ein.

Die Mühlenwerke Bad Kleinen beherbergten einst die größte Mühle in Mecklenburg. Doch nach dem Ende der DDR war der Betrieb veraltet und wurde 1993 stillgelegt. Seitdem steht die sauber in Reformarchitektur gestaltete Baugruppe ungenutzt leer – gekrönt von einem für die Löschwasserreserve genutzten Wasser- und Uhrenturm. 2012 übernahm die Gemeinde das Areal, um es schrittweise unter anderem für touristische Nutzungen zu vermarkten. Denn es liegt malerisch oberhalb vom Schweriner See. Bis 1945 legten hier sogar Frachtkähne an, um Getreide anzuliefern. Und das Mehl wurde von hier bis in das Rheinland verschifft.

Entscheidend aber war die Lage am Eisenbahnknotenpunkt. Den Brüdern Wilhelm und Werner Janssen war ein Neubau ihrer Mühle in Schwerin nicht genehmigt worden. Deshalb ließen sie von 1912 bis 1914 die moderne Großmühle in Bad Kleinen bauen und verdoppelten 1924 deren Kapazität. Bis 1936 kamen Nebengebäude sowie ein Getreidesilo hinzu. Zu DDR-Zeiten investierte der VEB Mühlenwerke Bad Kleinen in neue Technik. Darüber hinaus entstand 1964 das große Silo am Bahnhof. 1989 konnte das Werk mit 72 Beschäftigten noch bis zu 22 000 Tonnen Weizen- und Roggenmehl pro Jahr herstellen.

Erstmals beteiligt an den „Tagen der Industriekultur am Wasser“ sind auch die Fähre Siebeneichen im Herzogtum Lauenburg sowie der Dampf-Eisbrecher Stettin, das Feuerlöschboot Repsold, oder der Lotsenschoner No 5 Elbe die im Hamburger Hafen liegen.

Unter den etwa 250 Veranstaltungen ist für alle Kultur-, Geschichts- und Technikinteressierten, genauso wie für Familien etwas dabei. Führungen und Vorführungen, Besichtigungen und „Denkmale in Aktion“ erklären die historische Technik und Arbeitswelt. Das Angebot ist so vielfältig wie die teilnehmenden Industrieanlagen.

Im Alten Hafen von Wismar werden im Lokschuppen, dem Thormann-Speicher und dem ehemalige Silo 1 Führungen angeboten und Filme zur Industriegeschichte der Stadt vorgeführt.

Auf der Internetseite www.tagederindustriekultur-hamburg.de finden Interessierte das komplette Programm sowie weitere Informationen zur Industriegeschichte der Metropolregion Hamburg.

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