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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

26. September 2017 | 13:06 Uhr

Gadebusch : Blick in historische Schriften

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gymnasiasten übersetzen alte Schriften aus der Geschichte der Münzstadt / Ausstellung im Gadebuscher Rathaus

von
erstellt am 21.Feb.2017 | 04:45 Uhr

Tief eintauchen in die Gadebuscher Geschichte. Darauf spezialisieren sich die Jugendlichen der 10. Klasse des Gadebuscher Gymnasiums aktuell im Fachbereich Latein. Statt alte Literatur und Vokabeln zu pauken, geht es im Lateinunterricht an die Übersetzung historischer Dokumente der Münzstadt. „Das, was wir hier machen, ist richtig greifbar“, sagt Schüler Luca Pache und blickt auf die Kopien der Schriften.

Die Originale, die hält der Gadebuscher Klaus Leuchtemann zur Ansicht auf dem Nachbartisch bereit. „Es sind Schriftstücke aus den Jahren zwischen 1225 und dem 14. Jahrhundert“, so Leuchtemann. Papiere, die den Tausch von Ländereien besiegeln, Auskunft über Gerichtsverfahren oder gar Vorschriften innerhalb der Stadt Gadebusch geben. Allerdings nicht in Hochdeutsch, sondern in lateinischer Sprache. Eine Aufgabe, die für die Zehntklässler nach drei Jahren Lateinunterricht lösbar erscheint, wie Klassenleiterin Schmidt verdeutlicht.

Hennig Eggers und Luca Pache sehen das regionale Projekt als Herausforderung.
Hennig Eggers und Luca Pache sehen das regionale Projekt als Herausforderung. Foto: bohlmann
 

Die Vorfreude auf neue geschichtlich relevante Fakten, steht Leuchtemann ins Gesicht geschrieben. In den zurückliegenden Monaten hat er die kulturhistorisch wertvollen Schriften wiederentdeckt, archiviert und mit Experten wie Dr. Andreas Röpke bewertet. „Eine Ausstellung im Rathaus wird deren Inhalt im April beleuchten. Die Werke der Schüler sind darin ein wichtiger Bestandteil“, so Leuchtemann.

Klassenleiterin Kathrin Schmidt ist nicht weniger enthusiastisch: „Ein Angebot, mit Original-Lektüre zu arbeiten, kann man nicht ablehnen.“ Zuletzt habe sie zu Universitätszeiten solch eine Möglichkeit erhalten. Ein Fundus, über den nun die Schüler in Gadebusch verfügen. Vor allem beinhaltet ihre Arbeit einen regionalen Bezug. „Etwas Besseres gibt es nicht“, sagt Schmidt. Dem kann Schüler Hennig Eggers nur zustimmen: „Diese Schriftstücke spiegeln das gesellschaftliche Leben in damaliger Zeit wider.“ Und wenn bei der einen oder anderen Wortdeutung bzw. Schreibweise das Schülerlatein trotz Nachschlagewerke und Internet am Ende ist, hilft Kathrin Schmidt gerne. Schließlich hätten sich Schrift und Sprache über die Jahrhunderte weiterentwickelt, was in Fragen der Übersetzung ein intensiveres Studium voraussetzt.

Zehn historische Dokumente werden übersetzt.
Zehn historische Dokumente werden übersetzt. Foto: bohlmann
 

Der gestrige Projektstart im Veranstaltungsraum an der Museumsanlage verlief erfolgreich. Bis Anfang April werden die Schüler einen Großteil der zehn historischen Schriftstück übersetzen. Ein Angebot, das sich Christopher Timm nicht entgehen lassen möchte: „Aktuell unterstütze ich das Gymnasium als Vertretungslehrer. Geschichte gehört zwar nicht zu meinen Hauptfächern, aber hier geht es um die Münzstadt“, so der Gadebuscher.

 

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