Nordwestmecklenburg : Bildung einmal mehr im Fokus

kerstin_weiss

Am morgigen Donnerstag trifft sich der Kreistag Nordwestmecklenburg im Zeughaus Wismar

svz.de von
15. April 2015, 00:06 Uhr

„Ein Holzcluster-Standort wie Wismar ohne eine Berufsausbildung in holztypischen Berufen ist nicht vorstellbar.“ Und deshalb ist Landrätin Kerstin Weiss auch fest davon überzeugt, dass der Kreistag Nordwestmecklenburg am morgigen Donnerstag um 17 Uhr im Zeughaus der Hansestadt Wismar die 1. Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung für den Nordwestkreis zustimmen wird. Im Kern wird hierin geregelt, welche Berufsbereiche, Berufsgruppen und Berufe am Berufsschulzentrum Nord künftig weiter zur Ausbildung angeboten werden sollen. Und dazu gehören eben auch die aus dem Bereich Holztechnik.

Konkret soll die oberste Schulbehörde nach Zustimmung zu dieser Beschlussvorlage durch den Kreistag Nordwestmecklenburg die Ausbildung in den Berufen Tischler/in, Holzmechaniker/-in, Holzbearbeitungsmechaniker/-in und Holzfachwerker/-in am Berufsschulstandort Wismar bis zum Schuljahr 2017/2018 genehmigen. Die kommunale Politik soll dazu am Donnerstag ihrem Willen Ausdruck verleihen. Die kommunale Wirtschaft hat bereits ihre Absicht erklärt, die dafür notwendigen 35 Ausbildungsplätze vor Ort bereitzuhalten. Denn ohne diese Absichtserklärung wäre das Unterfangen „Ausbildung von Holzberufen am Holzcluster-Standort Wismar“ ein wohl eher schwieriges geworden.

Darüber hinaus soll am BSZ Nord die Ausbildung in den Berufen Kraftfahrzeugmechatroniker/-in, Metallbauer/in, Teilezurichter/in, Anlagenmechaniker/-in für Sanitär- und Heizungstechnik, Konstruktionsmechaniker/in und Maschinen- und Anlagenführer/in sowie Automobilkaufmann/-frau, Kaufmann/-frau im Einzelhandel und Verkäufer/-in ausgebildet werden.

Darüber hinaus kommt das Thema Bildung noch ein weiteres Mal auf die Tagesordnung der morgigen Kreistagssitzung. Konkret soll die Gebührenordnung der Volkshochschule für berufsvorbereitende Bildungsgänge zur Erlangung der Berufsreife und weiterführend der Mittleren Reife geändert werden. Das Land verfolgt hier das Ziel der Gebührenfreiheit für Jugendliche ohne Schulabschluss. „Niemand zwingt uns zu dieser Satzungsänderung“, so Kerstin Weiss (SPD). „Aber eine politische Wahl haben wir nicht.“ Im Ergebnis bedeutet die Satzungsänderung ein Defizit von 4  300 Euro per anno, auf dem der Landkreis sitzen bleibt. „Aber wir haben natürlich ein gesteigertes Interesse daran, dass junge Menschen ohne Schulabschluss dazu befähigt werden, die Berufsreife zu erlangen.“

Zehn Schüler pro Klasse sind für den Start eines solchen Bildungsganges notwendig. Am Standort der Volkshochschule in der Kreisstadt Wismar startet der erste voraussichtlich noch im April.

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