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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

13. Dezember 2017 | 00:40 Uhr

Rehna : Bier und Würstchen kosten extra

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Unternehmer Heiko Sander muss für einen „Tag der offenen Tür“ zusätzliche Gebühren an das Amt Rehna zahlen

svz.de von
erstellt am 23.Apr.2014 | 00:00 Uhr

Würstchen und Bier: für Heiko Sander gehört das zu einem Tag der offenen Tür in seinem Laden einfach mit dazu. Doch rechnen tut sich der Verkauf von Getränken und Essen für den Inhaber des Angelshops „Freaky Fish“ in Rehna nicht. „Für zwei Tage muss ich immer 46,50 Euro an Gebühren zahlen. Das ist zu viel“, erzählt Sander. 50 bis 60 Würstchen müsse er verkaufen, damit er keinen Verlust mache. Dies sei jedoch nicht zu schaffen, so Sander. „Zehn Euro pro Tag wäre ausreichend. Das würde auch die Kleinunternehmen unterstützen“, so der Angelshop-Inhaber

„Das Verkaufen von Getränken und Essen gilt als ein temporärer Gastronomiebetrieb“, erklärt Roland Mann. Die dafür anfallenden Gebühren seien in der Gewerbekostenverordnung MV festgelegt. „Daran sind wir gebunden“, so der Sachbearbeiter im Gewerbeamt des Amtes Rehna. Für den ersten Tag würden 31 Euro berechnet. Alle weiteren Tage kosten dann 15,50 Euro. Ausnahmen gebe es nur bei eingetragenen Vereinen oder der Feuerwehr. Hier sei der Verkauf gebührenfrei, weil die Organisationen aus gemeinnützigem Antrieb heraus handeln, so Mann. „Einzelunternehmer müssen mit dem unternehmerischen Risiko leben“, erläutert der Sachbearbeiter.

„Ich mache es ja nicht professionell und musste jetzt schon den Preis für ein Würstchen auf 1,50 Euro erhöhen“, entgegnet Sander. „Gefallen hat mir das nicht.“ Außerdem würde er durch seine Aktionen, die er ungefähr einmal im Monat durchführt, Personen aus dem Umfeld nach Rehna locken. „Die Leute kommen aus Lübeck, Schwerin, Wismar und sogar Kiel zu meinen Veranstaltungen“, so Sander. Unterstützung erhält der Angelshop-Inhaber von Torsten Arndt. „Alles was Kundschaft nach Rehna zieht und das Geschäft belebt, sollte honoriert werden“, so der Vorsitzende des Rehnaer Unternehmervereins. Dies sei schon schwierig genug, so Arndt und er hofft auf Ausnahmegenehmigungen durch die Stadt. „Bei einzelnen Unternehmern bleibt die gesetzliche Regelung erhalten“, sagt Bernd Karnatz, Leiter des Haupt- und Ordnungsamts, und sieht keinen Spielraum für Ausnahmen.

Doch auch wenn er weiterhin hohe Gebühren zahlen muss, unterkriegen lassen will sich Heiko Sander nicht. „Dieser Service gehört für mich einfach dazu. Die Leute sollen bei mir stehen bleiben und schnacken“, so Sander. Gleichzeitig hat er noch die Idee für einen allgemeinen „Tag der offenen Tür“ in der Rehnaer Innenstadt. „Vielleicht im Rahmen des Klostertages oder einer anderen Veranstaltung“, schlägt Sander vor. „Grundsätzlich eine gute Idee“, so Arndt. „Ich bin dafür es auszuprobieren.“ Auch Karnatz sieht in einem solchen Fall eine Möglichkeit den Unternehmern zu helfen. „Hier kann man prüfen, ob der Verkauf von Getränken und Essen gebührenfrei wäre. Schließlich liegt es im allgemeinen Interesse der Stadt, Besucher anzulocken.“

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