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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

11. Dezember 2017 | 11:08 Uhr

Gadebusch : Bewegung an der Kirchturmuhr

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Förderverein der Stadtkirche, Frank Rohmann und Uhrmachermeister Gunter Godemann prüfen Instandsetzung

von
erstellt am 11.Sep.2014 | 00:57 Uhr

Wer in Gadebusch am Kirchturm nach der richtigen Uhrzeit Ausschau hält, der hat die Qual der Wahl. Zwei Uhrwerke, zwei Ziffernblätter, zwei Zeitangaben und Stillstand signalisiert der Zeitmesser am Turm.

Stillstand ist aber nicht das, was Frank Rohmann und mit ihm engagierte Bürger aus Gadebusch und Rehna wollen. „Die Uhr muss für Touristen und Einheimische die richtige Zeit angeben“, sagt Rohmann.

Ein Thema, das dem Förderverein der Stadtkirche zu Gadebusch nicht weniger am Herzen liegt, betont der Vorsitzende Reiner Sterzik. Also rauf auf den Turm und reingeschaut, lautete das Motto. Gunter Godemann und Paul Zelinski begleiteten die Akteure als Fachleute für Uhrenwerke. „Wir wollen schauen, was machbar ist“, sagt Gunter Godemann. Der Meister seines Faches will sehen, an welcher sensiblen Stelle das Uhrwerk nicht mehr richtig tickt oder gar ein falscher Impuls die Uhr fehl steuert.

Aber ganz so einfach ist es nicht im historischen Gemäuer von Gadebusch. Nicht wenige Winkel und Nischen erschweren das Vorankommen. Nach zahlreichen Stein- und Holzstufen stellt sich schlichtweg die Frage: „Wo ist das Uhrwerk?“ Balken, Kabel und Schächte sind sichtbar, aber das eigentliche Herzstück der Turmuhr bleibt auf dem ersten Blick verborgen. Zumindest solange, bis Gunter Godemann in eine kleine und kaum wahrnehmbaren Nische hinter einem Trägerbalken greift. „Ich hab es“, sagt der Rehnaer mit Freude. „Aber einfach wird die Arbeit nicht“, fügt er hinzu. Grund: Das Uhrwerk liegt tief im Gemäuer. Entmutigen lässt sich niemand beim Kontrollgang auf dem Kirchturm. Man wolle es ausbauen und prüfen, was machbar ist, sagt der Rehnaer Uhrmacher.

Hilfe, die vorerst keine Kosten verursacht. Das freut Reiner Sterzik: „Das Uhrenproblem ist lange Zeit bekannt, aber bei der Fülle von anstehenden Projekten haben Restaurierungen am Triumphbogen Priorität.“ Bislang ging der Förderverein von einem Defekt in der Elektronik aus, dass möglicherweise ein Gewitter das elektrische Uhrwerk beschädigt hat. Wie und was den Stillstand verursachte, werden Gunter Godemann und Paul Zelinski noch im September erkunden. Fest steht: Die Uhren werden nicht zentral gesteuert, Elektronik und Mechanik befinden sich dicht am äußeren Stein. Folglich haben Wettereinflüsse die Technik geschädigt. „Gelingt uns der Ausbau ohne Zeigerwechsel an der Außenwand, haben wir einen besseren Einblick“, so Godemann.

Ein Ergebnis, das Frank Rohmann fürs Erste zufrieden stellt: „Wir haben einen Anfang.“ Ähnlich sah es einst sein Vater. Karl Rohmann habe in den Nachkriegsjahren die Turmuhr zum Laufen gebracht und gusseiserne Glocken aus Apolda geholt. „Bis zur Wende gehörte die Uhr der Stadt. Heute der Kirche, so sind die Gesetze“, sagt Frank Rohmann. Egal wer der Eigentümer ist. Frank Rohmann, Reiner Sterzik, Paul Zelinski und Gunter Godemann wollen für Gadebusch die Uhr in Gang setzen.


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