zur Navigation springen
Gadebusch-Rehnaer Zeitung

18. Dezember 2017 | 21:37 Uhr

Gadebusch : Bewaffneter Überfall auf Tankstelle

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Zwei Maskierte bedrohen Mitarbeiter mit Pistole. Täter erbeuten mehrere hundert Euro und flüchten zu Fuß

svz.de von
erstellt am 19.Feb.2015 | 20:45 Uhr

Zwei maskierte Täter haben die Hem-Tankstelle in Gadebusch überfallen. Mit einer Pistole bedrohten die Männer am Mittwochabend um 22 Uhr das Personal im Verkaufsraum, teilte die Polizei gestern mit. Die Täter forderten die Herausgabe von Bargeld und flüchteten anschließend mit mehreren hundert Euro zu Fuß. Eine sofort eingeleitete Fahndung mit Unterstützung durch zwei Fährtenhunde blieb erfolglos.

Das Verkaufspersonal der Tankstelle beschrieb die Täter als etwa 20- bis 25-jährig,
1,75 bis 1,80 Meter groß, schlank und sportlich. Bekleidet waren beide mit einem grauen Kapuzenshirt mit der Aufschrift Adidas und Sporthosen mit Streifen an den Beinseiten. Einer der beiden trug ein Basecap mit gelbem Schirm, der andere hatte einen Rucksack in den Farben rot-blau-grau bei sich.

Die Polizei bittet um Mithilfe. Wer sachdienliche Hinweise zu der Tat oder den gesuchten Personen liefern kann, der möge sich beim Polizeirevier in Gadebusch unter der Rufnummer: 03886-7220, dem Polizeinotruf 110 oder jeder anderen Polizeidienststelle melden.

„Die Ermittlungen laufen derzeit und die Videoaufzeichnungen werden ausgewertet“, sagt Christian Bochow, Sprecher des Polizeipräsidiums Rostock. Um 22.02 Uhr ging der Anruf in der Einsatzleitstelle ein und bereits acht Minuten später war der erste Funkwagen von Gadebuscher Einsatzkräften vor Ort. „Der Überfall war eine Sache von Minuten“, so der Polizeisprecher.

Hem ist eine Marke der Deutschen Tamoil GmbH. „Der Konzern möchte zu dem Überfall auf die Gadebuscher Tankstelle keine Stellung nehmen“, so eine Sprecherin. „Aber wenn man das Thema in der Presse verfolgt, passiert es allen Tankstellen regelmäßig, dass sie überfallen werden“, so die Tamoil-Sprecherin. „Alle Mineralölgesellschaften haben damit zu tun und keiner ist davor gefeit.“ Um ihre Mitarbeiter im Fall eines Raubes zu schützen, würden regelmäßig Schulungen bei der Tamoil angeboten, so die Sprecherin. Dabei werde vor allem vermittelt, defensiv zu handeln und sich nicht gegen die Täter aufzulehnen.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Tankstelle überfallen wird, ist hoch“, bestätigt auch Marco Weber. Seine Familie betreibt zwei Tankstellen in Grevesmühlen und Gnoien. 2009 fand ein bewaffneter Raubüberfall auf die Tankstelle in Gnoien statt. Der Mitarbeiter, der den Überfall damals miterleben musste, habe immer noch Beklemmungen, wenn er die Spätschicht mache, sagt Weber. „Er schließt dann alles ab und guckt genau, wer noch kommt.“ Komme jemand mit Helm und Sonnenbrille, dann sei das schon verdächtig, so Weber. Und zudem verboten in Tankstellen. „Ich möchte einen Überfall nicht erleben, ich weiß nicht, wie ich damit umgehen würde“, sagt Marco Weber.

Die Tankstelle der Webers in Grevesmühlen hatte bisher nur mit Einbrüchen zu kämpfen. Es wurden Zigaretten im Wert von mehreren zehntausend Euro gestohlen. Ein Problem, das nicht nur Verunsicherung und Ängste schürt, sondern auch kostspielig ist: „Wir mussten die Sicherheitsmaßnahmen drastisch erhöhen“, erklärt Marco Weber. Dies sei eine Auflage der Versicherung gewesen. Passierten mehrfach Einbrüche, könne es durchaus auch vorkommen, dass den Betreibern die Versicherung gekündigt würde, so Weber.

Die Gadebuscher Tankstelle an der B 104 wurde in den vergangenen Jahren mehrfach das Ziel von Einbrüchen und Überfällen. Im Jahr 2009 hebelten Diebe den unteren Bereich des Nachtschalters auf und krabbelten ins Gebäude. Sie stahlen mehrere Stangen Zigaretten. Bereits zuvor hatten Unbekannte versucht, sich Zutritt zum Gebäude zu verschaffen, scheiterten jedoch. Im April 2007 wurde nach einem Tankstellenüberfall in Gadebusch ein 29-jähriger Mann zu sechs Jahren Haft verurteilt. Bei dem Überfall war ein Tankwart verletzt worden. Die Beute: 8000 Euro. Überführt wurde der Mann letztendlich aufgrund der DNA-Analyse einer Wollmütze, die im Fluchtauto gefunden wurde. Im Jahr 2005 erbeuteten Kriminelle bei einem Überfall auf die Tankstelle an der B 104 rund 10  000 Euro.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen