Problem Alkohol : Betrunkener Taxifahrer gestoppt

Die Polizei konnte den betrunkenen Fahrer aus dem Verkehr ziehen.
Die Polizei konnte den betrunkenen Fahrer aus dem Verkehr ziehen.

Mit fast zwei Promille stoppte die Polizei einen 63-Jährigen, der auf dem Weg war, ein kleines Mädchen in den Kindergarten fahren zu wollen.

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19. März 2015, 21:15 Uhr

Mit 1,86 Promille wollte ein Taxifahrer ein fünfjähriges Mädchen von zu Hause abholen und in den Kindergarten fahren. Die Polizei Wismar konnte den 63-Jährigen jedoch rechtzeitig stoppen. Ein Zeuge informierte die Polizei über den Schlangenlinien fahrenden Mercedes-Fahrer.

„Den würde ich sofort rausschmeißen“, meint Wolfgang Flaegel, Betreiber eines Taxi-Unternehmens in Gadebusch. Mehr als ein Kopfschütteln habe er für das Verhalten des Taxifahrers nicht übrig. „Für Personenbeförderung gilt eine Null-Promille-Regelung und daran muss sich ohne Wenn und Aber gehalten werden.“ Dafür würde der Gadebuscher Unternehmer seine drei Taxi-Fahrer in unregelmäßigen Abständen kontrollieren.

„Wir setzen auf die Menschenkenntnis und die Zusammenarbeit der Kollegen“, meint hingegen Andreas Groß von Taxi Rehna. Er selbst sei seit 26 Jahren im Beruf, Alkoholkontrollen habe er bei seinen sechs Angestellten aber noch nie durchgeführt. „Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass keiner von ihnen alkoholisiert den Dienst antreten würde“, so der 51-jährige Chef des Taxiunternehmens.

Die Verantwortung für Dritte im Straßenverkehr übernehmen nicht nur Taxifahrer, auch Busfahrer müssen einer gewissen Sorgfaltspflicht gegenüber ihren Fahrgästen nachkommen. Auf einen Mix aus Vertrauen und Kontrolle setzt dabei Stefan Lösel, Geschäftsführer der kommunalen Grevesmühlener Busbetriebe GmbH.

So würden sich im Umkleideraum des Unternehmens fest installierte Atemalkoholtester finden, mit dem sich die Busfahrer freiwillig auf Restalkohol überprüfen können, erzählt der 41-Jährige. „Fällt der Test positiv aus, werden die Kollegen ohne Konsequenzen für diesen Tag freigestellt – als Dank für ihre Ehrlichkeit.“

Setzen sich die Busfahrer doch ans Steuer und werden bei einer der unregelmäßigen Pflichtkontrollen erwischt, die in einer Betriebsvereinbarung festgelegt sind, folgt die fristlose Kündigung.

Dem Taxifahrer, der zwischen Levetzow und Krassow gestoppt werden konnte, wurde der Führerschein entzogen. Gegen ihn wird wegen Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Zudem wird er nach Polizeiangaben den Taxischein verlieren.

Rücksichtslos und egoistisch - ein Kommentar von Thomas Stengel

Nicht nur, dass der 63-jährige Taxifahrer sein eigenes Leben und das der anderen Verkehrsteilnehmer mit seiner Promillefahrt gefährdete, ein fünfjähriges Mädchen betrunken in den Kindergarten zu fahren, ist die saure Sahne auf dem bitteren Kuchen.

Doch wie ist ein solch  rücksichtsloses und egoistisches Verhalten überhaupt möglich: Selbstüberschätzung? Dummheit? Oder gar Krankheit?

Immer wieder lesen wir in Polizeiberichten von beschwippsten Autofahrern und immer wieder kann man nur mit dem Kopf schütteln.  Die meisten haben Glück und werden von der Polizei gestoppt, bevor sie gegen einen Baum gerast sind oder sich und jemand anderes verletzt  haben. Doch dieses Szenario kann einfach nicht die Erfahrung sein, die notwendig ist für ein Bewusstsein von richtig und falsch. Alkohol am Steuer – egal ob privat oder dienstlich – kann tödlich sein.

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