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Ermittlungen in Wismar : Betrunkener chauffiert Schüler

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Ein 55-Jähriger soll mit mehr als 1,8 Promille Sonderschüler nach Hause gefahren haben

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2017 | 20:45 Uhr

Das hätte schlimm ausgehen können: Ein in der Schülerbeförderung eingesetzter Fahrer der Johanniter-Unfall-Hilfe war unter Alkoholeinfluss auf seinen Touren in Wismar unterwegs. Heraus kam das Ganze, weil der 55-Jährige auf der Westtangente eine Leitplanke berührt und sein Fahrzeug dabei erheblich beschädigt hatte. Ausrede: Sekundenschlaf. Hinzugezogene Kollegen der Unfall-Hilfe bemerkten jedoch Alkoholgeruch und informierten die Polizei. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von mehr als 1,8 Promille.

„Bei Fahren unter Alkoholeinfluss verstehen wir keinen Spaß. Dafür haben wir kein Verständnis. Das ist strafbar, gefährlich und wird arbeitsrechtliche Konsequenzen haben. Der Mitarbeiter wird in unserem Unternehmen nicht mehr zum Einsatz kommen“, sagt Jürgen Fäßler. Das Mitglied des Regionalvorstands Mecklenburg-West der Johanniter-Unfall-Hilfe sei heilfroh, dass es nur zu einem Blechschaden gekommen sei und keine Fahrgäste an Bord gewesen wären. Dem widerspricht allerdings der Inhalt eine Pressemitteilung der Polizei, wonach der Alkohol-Fahrer noch nach dem Zwischenfall mit der Leitplanke Kinder von einer Schule abgeholt und nach Hause gefahren hätte.

Dabei sei die Fahrdienstleitung anfangs tatsächlich von gesundheitlichen Problemen ihres Fahrers ausgegangen und habe nach Bekanntwerden des Blechschadens aus Besorgnis Kollegen vor Ort geschickt, um nach dem Mann zu sehen. Diesen gegenüber erklärte er die Berührung der Leitplanke mit einem Sekundenschlaf. Daraufhin hätten andere Kollegen die Tour des 55-Jährigen fortgesetzt. Der Aufforderung, den Vorfall der Fahrdienstleitung zu schildern und einen Arzt zu konsultiren, kam er nicht nach. Als eine weitere Fahrerin im Gespräch mit dem Mann Alkoholgeruch wahrnahm, hätte diese sofort die Fahrdienstleitung und diese wiederum die Polizei verständigt. Der Rest war Routine für die Polizei. Die stellte eine Atemalkoholgehalt von mehr als 1,8 Promille fest, ordnete eine Blutprobe an und stellte den Führerschein sicher.

Die Johanniter sind auch in Nordwestmecklenburg im Auftrag des Landkreises für die Beförderung von Sonderschülern unterwegs. Auf der Internetseite des Dienstleisters heißt es: „Körperlich und geistig behinderte Kinder können nicht ohne weiteres öffentliche Verkehrsmittel benutzen, um zur Schule oder zu ihrem Förderzentrum zu gelangen. Fahren die Eltern das Kind täglich früh zur Schule und holen es mittags wieder ab, schränkt das ihre berufliche Möglichkeiten sehr ein. Die Johanniter helfen betroffenen Familien in dieser Situation. Täglich werden durch den Schulbusdienst die Kinder zu den Schulen befördert.“

Umso betroffener sind die Verantwortlichen nach diesem Vorfall. Jürgen Fäßler: „Das tut uns unendlich leid. Wir werden alles daran setzen, dies auszuwerten und dass so etwas nicht mehr vorkommt.“ Stolz sei er auf die Mitarbeiter inklusive Fahrdienstleitung, die sich in der Situation absolut richtig und verantwortungsbewusst verhalten hätten.

Erst im November vergangenen Jahres hatte die Polizei in Grevesmühlen einen Busfahrer im Öffentlichen Personennahverkehr erwischt, der unter dem Einfluss von Alkohol unterwegs war. Dabei hatte die Polizei bei dem Fahrer einen Atemalkoholwert von mehr als 1,1 Promille festgestellt. Nach SVZ-Informationen ist der Mann heute nicht mehr für die Nahbus Nordwestmecklenburg GmbH tätig.

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