Hilfe für Gadebuscher Arbeitslosenverband : Betroffenheit nach Ferienlager-Aus

Nach der Absage eines Sommercamps wegen fehlenden Geldes bieten viele Menschen für das kommende Jahr spontan ihre Hilfe an

svz.de von
29. März 2016, 21:05 Uhr

„Kein Geld: Ferienlager fällt aus“ titelten wir in der Gadebusch-Rehnaer Zeitung vom Donnerstag vergangener Woche. Die Tatsache, dass ein Sommerferienlager in Tschechien für Kinder aus sozial schwächeren Familien wegen Geldmangels in diesem Jahr erstmals ausfallen muss, löste bei SVZ-Lesern, aber auch Politikern und Unternehmern zahlreiche Reaktionen aus. Reaktionen von Unverständnis bis zur Spendenbereitschaft. Rosemarie Grau zeigte sich überwältigt.

„Bereits kurz nachdem der Artikel in der SVZ veröffentlicht wurde, rief ein Unternehmer aus Gadebusch an, um zu helfen. Auch in meinem Heimatort Bülow reden die Menschen ganz viel darüber“, sagt die Vorsitzende des Gadebuscher Ortsvereins des Arbeitslosenverbands Deutschland, der das Feriencamp seit vielen Jahren organisiert.

Mehr als 70 Leser diskutierten auf der Facebook-Seite der SVZ im Internet über die Absage des Ferienlagers. „Es ist eine Schande, dass so etwas überhaupt aus Spenden bezahlt werden soll. Für alles ist Geld da. Unsere Kinder sollten das Wichtigste sein. Unsere Zukunft, wie es immer hieß, in die wir investieren müssen. Aber es gibt ja so viele Dinge, die zurzeit Priorität haben. Mir fehlt dafür so langsam das Verständnis“, schreibt beispielsweise Sieglinde Schentz. „Die Leidtragenden sind mal wieder die Kinder. Schade. Ich bin vor Jahren selber zweimal als Betreuerin dabei gewesen. Für die Kinder war es immer ein Highlight, mal dem tristen Alltag zu entfliehen“, so Anja Ballhass.

In einem Leserbrief wendet sich Ingrid Rehbein an die Redaktion. „Diese Nachricht stimmt mich sehr traurig. Es geht um unsere Kinder, und dann noch aus sozial schwachen Familien. Wie gerne hätte ich den Kindern ein paar erholsame Tage im Sommerferienlager gegönnt“, so die Gadebuscherin. Wenn sie in der Zeitung so lese, wofür alles Geld da ist, frage sie, warum nicht für diese Kinder? „Ich denke an Waffenlieferungen in andere Länder, Unterstützung der Flüchtlinge, Diätenerhöhungen.“ Wie andere Leser auch, möchte sie deshalb eine Spende an den Arbeitslosenverband überweisen, um das Ferienlager im nächsten Jahr wieder zu ermöglichen.

„420 Euro kostet der zweiwöchige Aufenthalt im tschechischen Staré Splavy pro Kind. Darin sind dann auch die Busfahrt, die Verpflegung und Kosten für sämtliche Unternehmungen enthalten“, sagt Annemarie Grau. Kinder aus ihrer Isolation zu holen, sie vom Computer wegzulocken oder ihnen einfach nur zu zeigen, was man in der Gemeinschaft erleben könne, dies versuche der gemeinnützige Verein den Kindern im Ferienlager zu vermitteln. „Bei Sport und Spiel 14 schöne Tage zu verbringen ist doch etwas Tolles, oder?“, so die Bülowerin.

Das findet wohl auch Tilo Gundlack. Der Landtagsabgeordnete erklärte sich gestern spontan bereit, zu helfen. „Wenn ich dem Verein helfen oder anderswo Türen öffnen kann, stelle ich mich gern zur Verfügung“, sagt der SPD-Politiker.

Spendenaufruf

„Ich würde gerne etwas spenden. Kann die SVZ hier nicht die Bankverbindung öffentlich machen? Vielleicht gibt es noch mehr Spender“, schreibt Sylvia Kieckhäven auf der Facebook-Seite der SVZ im Internet. Gern kommen wir diesem Wunsch nach und veröffentlichen den offiziellen Spendenaufruf des Gadebuscher Ortsvereins des Arbeitslosenverbands Deutschland:

Bitte spenden Sie. Ihr Beitrag wird nur für die Gestaltung des Ferienlagers genutzt. Immer die finanzielle Situation im Blick, entscheiden wir im kommenden Jahr, ob wir 45 bis 80 Kindern die Möglichkeit einräumen können, sich in den Ferien zu erholen. Spendenkonto: IBAN DE77 1406 1308 0202 0983 77, BIC GENODEF1GUE, Kto.-Inhaber Arbeitslosenverband, Verwendungszweck „Ferienlager 2017“

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