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Weltgästeführertag : Besucher trotzen miesem Wetter

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Gut 60 Interessierte besuchten zum „Weltgästeführertag“ am gestrigen Sonntagnachmittag die Klosteranlage in Rehna

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2016 | 23:58 Uhr

Regen und Kälte – na und, wen interessierts? Gut 60 Interessierte ließen es sich am gestrigen Sonntag nicht nehmen, zum Weltgästeführertag das Kloster Rehna zu besuchen und die Anlage unter dem bundesweiten Motto „Gründerzeit“ aus einem neuen Blickwinkel kennenzulernen.

Unter die vielen einheimischen Besucher hatten sich sogar Gäste aus der fernen Barbarossastadt Gelnhausen im Süd-Osten Hessens gemischt. „Das ist zum Weltgästeführertag eher ungewöhnlich. Wir haben so früh im Jahr eher Einheimische aus Rehna und der näheren Umgebung zu Besuch“, sagt Eva Doßmann vom Klosterverein Rehna kurz vor Beginn der beiden Führungen durch das Kloster-areal.

Die Führungen zum Weltgästeführertag, die alljährlich um den 21. Februar herum stattfinden, sind für die Gästeführer des Klosters Jahr für Jahr immer wieder etwas ganz Besonderes. 110 Führungen hätte das zehnköpfige Team im vergangenen Jahr bestritten. „Das Thema zum Weltgästeführertag wird ja bundesweit festgelegt, so dass wir quasi gezwungen sind, uns mit dem Kloster immer wieder aus neuen Perspektiven auseinanderzusetzen. Dabei kommen dann auch für uns immer wieder neue interessante Geschichten zum Vorschein. Bei den normalen Führungen ändert sich ja in der Regel nicht viel“, sagt Martin Reininghaus.

Dabei stellte das Thema „Gründerzeit“ noch einmal eine ganz besondere Herausforderung für den 56-Jährigen dar. Denn der damit bezeichnte wirtschaftliche Aufschwung Mitte des 19. Jahrhunderts, der mit der Industrialisierung einherging, hinterlöieß in Rehna eher weniger Spuren. „Deshalb möchte ich die Besucher heute mitnehmen in die Gründungszeit unseres Klosters hier in Rehna, weil mir beim Nachdenken über das Thema noch einmal ganz deutlich wurde, dass die Phase ab der Mitte des 12. Jahrhunderts eine wahre Gründerphase war und in der für damalige Verhältnisse eine rasende Entwicklung einsetzte sowie ein gigantisches Wachstum stattfand“, so Reininghaus. Die Gründerzeit in Mecklenburg nach 1150 stand nach Meinung des Rehnaers der Gründerzeit im 19. Jahrhundert also in nichts nach.

Besonders interessant ist, dass der Gästeführer und gelernte Theologe sogar einen Schwenk aus der damaligen Zeit ins Hier und Jetzt schafft. Martin Reininghaus: „Um diese Zeit herum wurden Siedler aus Westfalen angeworben und siedelten nach Mecklenburg um. Und was passierte in der Folgezeit mit den hier heimischen Slawen und den Zugewanderten? Ganz einfach, sie wurden alle Mecklenburger. Integration hat damals schon funktioniert. Es dauerte nur seine Zeit.“

Und was die Kälte am gestrigen Sonntag anging: Die kroch den Gästen und Gästeführern bei Kaffee und Kuchen schnell wieder aus den Knochen.

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