Überraschung : Bescherung vorverlegt

Eine kuschelige Weihnachtszeit hatten die Kinder und das Team der Gruppe II vom  Kinderheim Rehna: Reinhard Teik, Adrian Kirf, Heike Dummer, Mandy Skrzipictz, Angelika Gers und Manuela Keller (v.l.).
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Eine kuschelige Weihnachtszeit hatten die Kinder und das Team der Gruppe II vom Kinderheim Rehna: Reinhard Teik, Adrian Kirf, Heike Dummer, Mandy Skrzipictz, Angelika Gers und Manuela Keller (v.l.).

Weihnachtsfeier mit Bowling, Essen und Geschenken.

svz.de von
22. Dezember 2013, 06:15 Uhr

„Ich habe mir einen CD-Player, einen Traktor, eine Sponge-Bob-CD und Lego gewünscht“, verrät Adrian Kirf. Der Neunjährige ist schon sehr aufgeregt. Obwohl es noch einige Tage bis Weihnachten sind, gibt es für ihn die Geschenke schon vorher. Adrian lebt im Kinderheim des Jugendhilfezentrums in Rehna und hier wurde bereits vor dem 24. Dezember Bescherung gefeiert. Denn in diesem Jahr dürfen alle neun Kinder und Jugendliche der Gruppe II über die Festtage nach Hause zu ihren Familien fahren. „Das ist zum ersten Mal seit langer Zeit der Fall“, erzählt Erzieherin Manuela Keller. Ab heute leert sich das große, geklinkerte Haus und die Kinder reisen in die Weihnachtstage.

Doch vorab sorgten die Betreuer bereits für Weihnachtsstimmung: „Wir haben gemeinsam gebacken, den Tannenbaum geschmückt, gebastelt, dekoriert, Geschenke gekauft und uns zusammen eingekuschelt“, erzählt Erzieherin Manuela Keller. „Es ist eine schöne Atmosphäre hier zu Weihnachten, mit den Lichtern und der Deko.“ Das Team versuche, die Weihnachtszeit so zu gestalten, wie sie idealerweise auch in Familien aussehe, sagt Keller.

Jeder der vier Betreuer hatte deshalb an seinem Advents-Wochenend-Dienst etwas Weihnachtliches geplant. Zum Beispiel, mit den Kindern und Jugendlichen einen Wunschzettel zu schreiben. Jeder durfte drei Wünsche angeben, von denen ein oder zwei vom Heim erfüllt wurden. „Es sind drei Wünsche, damit sie nicht wissen, welches Geschenk sie bekommen“, erklärt Manuela Keller. „Wenn ihre Wünsche größer sind und die finanziellen Mittel nicht reichen, dann geben die Kinder gern auch noch etwas von ihrem Taschengeld dazu“, sagt sie. Eine CD und ein Buch seien im Budget drin, so Erzieherin Heike Dummer. „Ein Parfüm für 100 Euro allerdings nicht.“

Sechs der neun Schützlinge der Gruppe II sind Mädchen. „Die wünschen sich Schmuck, Schminke, MP3-Player und Musik“, sagt Dummer. Die drei Jungen tendierten eher zu CD-Playern und Playstation-Spielen, sagt sie. „Wir gucken, das sie auch die Sachen bekommen, die sie sich wünschen. Und auch immer etwas, womit sie gar nicht rechnen“, so Dummer. Das ginge nur, wenn das Heim gut wirtschafte, denn eigentlich sei kaum Geld über, macht die Erzieherin deutlich.

„Man lebt von Kontakten“, bestätigt die pädagogische Leiterin des Heimes, Mandy Skrzipictz. „Wir haben gute Beziehungen zu einer Friseurin, die bereit ist, den Kindern gratis die Haare zu schneiden“, sagt sie. „Von dem so gesparten Geld können wir eine Weihnachtsfeier ausrichten und Geschenke kaufen.“ Die große Feier fand bereits am Donnerstag statt: Erst ging es mit allen Kindern zum Bowlen und danach in den „Schwedenkönig“ zum Essen.

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