Silvester : „Berliner“ Marathon in Gadebusch

Über jede Menge Erfahrung verfügen Gerlinde Peterson und Sylvia Braun (r.). In der Nacht zu heute stellten sie 6000 Pfannkuchen in Gadebusch her.
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Über jede Menge Erfahrung verfügen Gerlinde Peterson und Sylvia Braun (r.). In der Nacht zu heute stellten sie 6000 Pfannkuchen in Gadebusch her.

In einer einzigen Nacht wurden knapp 6000 Pfannkuchen für die Silvesterfeten hergestellt

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31. Dezember 2014, 05:45 Uhr

„Berliner“ haben in zahlreichen Orten für einen Ausnahmezustand gesorgt – zumindest in den Bäckereien des Landes MV. Denn für Silvester wurden in der Nacht zu heute zehntausende Pfannkuchen in den Groß- und Familienbetrieben hergestellt. So auch in Gadebusch, wo knapp 6000 „Berliner“ gebacken wurden.

„Wenn in einer einzigen Nacht so viele Pfannkuchen hergestellt werden, wie sonst in zwei Monaten, dann kann man schon von einem Ausnahmezustand in der Backstube sprechen“, sagt Bäckermeister Andreas Klug. Denn der Backmarathon findet zusätzlich neben der sonst üblichen Brot- und Brötchenherstellung statt.

Gegen 20.30 Uhr waren gestern Abend Veronika Glaser, Gerlinde Peterson und Sylvia Braun in ihrer Silvester-Sonderschicht. Sie verarbeiteten rund 1000 Eier, 120 Kilogramm Marmelade, 130 Kilo Mehl, etwa 50 Kilogramm Zucker und weitere Zutaten zu tausenden Pfannkuchen.

Rund zweieinhalb Stunden dauere es, bis ein „Berliner“ hergestellt sei, sagt Sylvia Braun. Sie muss es wissen, sie ist seit 19 Jahren Bäckerin. Das Anstrengendste in solch einer Nacht sei das viele Stehen. Irgendwann sei dann auch der Punkt erreicht, an dem man den Backgeruch nicht mehr mag. „Mit Witzen versuchen wir uns dann wieder aufzumuntern“, sagt die Gadebuscherin.

Manchmal geht allerdings nichts mehr in einer Bäckerei, zum Beispiel bei einem Stromausfall. Vor etwa 15 Jahren trat genau dieser Fall ein. Plötzlich war es mitten in der Nacht auch in der Gadebuscher Backstube zappenduster. Die Temperatur im Ofen sank, die darin befindlichen Brote waren hinüber und ein kompletter Zeitplan war ebenfalls dahin. Als nach etwa einer Stunde die Stromversorgung wieder da war, Kerzenlicht ausgepustet und Taschenlampen ausgeschaltet werden konnten, wurde es damals umso stressiger.

Der Stress des Arbeitsjahres 2014 dürfte heute früh von Veronika Glaser, Gerlinde Peterson und Sylvia Braun abgefallen sein. Gegen 8 Uhr wollten sie ihren „Berliner“ Marathon beenden, danach duschen und schlafen gehen. Schließlich wollen auch sie heute Abend fit sein, wenn um Mitternacht das Jahr 2015 eingeläutet wird.

Auf den Tellern vieler Gadebuscher, Rehnaer und Lützower dürften dann die „Berliner“ sein, die in der Nacht zu heute bei 170 Grad gebacken wurden. Die meisten Pfannkuchen sind mit Marmelade gefüllt, einige mit Pudding und andere – auf Bestellung – mit Senf.

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