Rehna blickt in die Stasiakte : Beratung über Akteneinsicht

Michael Spiewak, Charlotte Ortmann (im Hintergrund) und Katrin Ehrenfried berieten Bürger in Rehna zum Thema Stasi-Unterlagen und Rehabilitationsmöglichkeiten .
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Michael Spiewak, Charlotte Ortmann (im Hintergrund) und Katrin Ehrenfried berieten Bürger in Rehna zum Thema Stasi-Unterlagen und Rehabilitationsmöglichkeiten .

Bürger konnten sich über Antragstellung und Rehabilitationsmöglichkeiten informieren

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02. Juni 2016, 02:29 Uhr

Auch 27 Jahre nach dem Mauerfall reißt das Interesse an Stasi-Akten und Rehabilitationsmöglichkeiten nicht ab. „Der Beratungsbedarf ist nach wie vor groß“, stellte Charlotte Ortmann bei einem Infotag in Rehna fest. Sie beschäftigt sich in MV mit der Rehabilitation und unterstützt Betroffene auf ihrem Weg eine Wiedergutmachung zu erhalten. „Für einen Aufenthalt im Heim kann es eine pauschale Entschädigung geben, wenn die Betroffenen nachweisen können, dass sie aufgrund dessen beeinträchtigt waren oder sind“, so Charlotte Ortmann.

Ebenfalls für einen politisch motivierten Aufenthalt im Jugendwerkhof kann es eine Rehabilitation geben. Dies ist wichtig, wenn Betroffene in den Ruhestand treten wollen und feststellen, dass ihnen diese Zeit bei ihrem Rentenanspruch fehlt. Sobald ihnen das auffällt, werden sie aktiv und kommen auf die Landesbeauftragte für MV für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR zu.

Zu erfahren, ob eine Stasi-Akte geführt wurde, ist weit weniger schwierig. „Jeder kann für sich selbst einen Antrag stellen“, erklärt Michael Spiewak von der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Ausnahmen seien möglich in Fällen von Vormundschaft oder bei Erben. Die Behörde hat alle Unterlagen der ehemaligen Staatssicherheit aufbewahrt. „Es gibt keine Verjährungsfrist für diese Akteneinsicht“, so Spiewak. „Innerhalb von zwei Stunden haben wir hier in Rehna bereits 30 Anträge entgegen genommen“, berichtet Michael Spiewak.

Die Bürgerberatung vor Ort hilft bei der Antragstellung. Die Interessenten ersparen sich damit vor allem den Gang zum Amt. „Von April bis Dezember sind wir zwischen Rehna und Dömitz unterwegs und alle drei bis fünf Jahre wiederkehrend vor Ort“, erzählt Michael Spiewak.

Die Räumlichkeiten stellt in Rehna immer das Amt Rehna zur Verfügung. „Wir bieten unseren Bürgern gern die Möglichkeit, sich hier zu informieren und nicht nach Schwerin fahren zu müssen und begleiten das wohlwollend“, so Bernd Karnatz, Leiter Ordnungsamt Rehna.

Bundesweit waren im vergangenen Jahr 62 544 Anträge zur persönlichen Akteneinsicht bei der Stasi-Unterlagen-Behörde gestellt worden. Insgesamt sind damit seit Bestehen der Behörde mehr als 3,1 Millionen Anträge von Bürgerinnen und Bürgern eingegangen.

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