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Gadebusch-Rehnaer Zeitung

22. November 2017 | 04:55 Uhr

Rehna : Bello und Co sollen raus aus der Stadt

vom

Hundehalter in der Stadt Rehna müssen sich auf zusätzliche Regelungen hinsichtlich der Führung ihrer Vierbeiner einstellen. Das Stadtparlament beabsichtigt am Donnerstag eine Verordnung zum Führen von Hunden zu erlassen.

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erstellt am 06.Apr.2012 | 08:05 Uhr

Rehna | Hundehalter innerhalb der Stadt Rehna müssen sich auf zusätzliche Regelungen hinsichtlich der Führung ihrer Vierbeiner einstellen. Das Stadtparlament beabsichtigt am Donnerstag, 12. April, eine Verordnung zum Führen von Hunden zu erlassen. Der Bau- und Ordnungsausschuss sowie der Hauptausschuss sehen im neuen Satzungswerk eine bessere "Möglichkeit der Gefahrenabwehr" als in der Hundehalterverordnung M-V. So soll der Leinenzwang im Stadtgebiet festgeschrieben und nicht den Haltern überlassen werden. Darüber hinaus regelt die künftige Satzung erneut das Tragen der Steuermarke, ein Mitnahmeverbot auf Spielplätze und die Beseitigung des Hundekots.

Aus Sicht von Hundesportfan Ralf Köppe sind dies allesamt Punkte, die für einen Hundehalter selbstverständlich sind und erfüllt werden. Er ist Vorsitzender des Gadebuscher Hundesportvereins und sagt: "Der Leinenzwang wird in Rehna auf der Grundlage einer abstrakten Gefahr eingeführt. Eine etwas einseitige Einschränkung." Dies gehe zu Lasten einer bestimmten Bevölkerungsgruppe. Dabei sollten eine artgerechte Haltung und das Miteinander im Vordergrund stehen, damit Beißunfälle vermieden werden. Das beabsichtigte Freilaufverbot auf städtischen Flächen verhindere dies. Köppe: "Die neue Verordnung stellt eine Gängelung dar." Darüber hinaus verstößt der Leinenzwang bei fehlenden Alternativen in der Stadt gegen das Tierschutzgesetz. Nun müsse man sich fragen, wofür noch Hundesteuer gezahlt werden soll. Nicht anders sieht der Rehnaer Axel Maas den Sachverhalt: "Innerhalb der Stadt gibt es keinen einzigen Hund, der als gefährlich eingestuft ist. Anzeigen wegen Hundeattacken oder Beißunfälle sind nachweislich beim städtischen Ordnungsamt in den zurückliegenden Jahren nicht eingegangen."

Heinrich Teegen, Chef vom Bau- und Ordnungsausschuss der Stadtvertretung, gilt als einer der Initiator der neuen Verordnung. Seit Jahren moniert er die aus seiner Sicht zunehmende Anzahl von Hundekothaufen auf den Gehwegen und Plätzen und wünscht sich innerhalb der Stadtgrenzen "Leinenzwang." Freiflächen zum Gassigehen oder Auslauf bedarf es seiner Meinung in Rehna nicht: "Wir sind keine Großstadt. In fünf Minuten erreicht jeder Wiesen und Wege außerhalb Rehnas."

Grünflächen in den Kleingartenanlagen, Wohngebieten und der Reitsportplatz sollen künftig das Prädikat Erholungsflächen erhalten, was Leinenzwang bedeuten könnte. Dabei wurden auf letzterem Terrain eher die Maulwürfe als Hunde beim Buddeln gesichtet. Ob das Erholungsflächenprädikat auch Auswirkungen auf Pferdesport und Motorsport in Rehna hat, ist aus Sicht der Hundesportler noch zu klären. Für sie gilt der Gleichheitsgrundsatz. Fest seht: Ein neuer Bußgeldkatalog soll der neuen Verordnung Gewicht verleihen und Ordnungsgelder von bis zu 5000 Euro ermöglichen.

Hundesportler Andreas Poteradi sieht im gezielt ausgearbeiteten Satzungswerk ausreichend Gefahrenpotenzial: "Nachbarschaftsstreitigkeiten sind nun vorprogrammiert." Darüber hinaus müsse jedem klar sein, dass "ein Leinenzwang nicht weniger Kot innerhalb der Stadt bedeutet". Hundehalter unter Generalverdacht zu stellen, kann nicht das Ziel sein. Poteradi: "Angler gelten auch nicht als Umweltsünder, nur weil Müll am Mühlenteich liegt." Ein nicht geringeres Problem stellen die Müllansammlungen an den Containerstandorten im Stadtgebiet dar. Jetzt die Hundehalter zu dogmatisieren und sie als Umweltfrevlers zu sehen, verschärft die Situation. Das muss nichts sein, meint Ralf Köppe: "Es gibt das Sicherheits- und Ordnungsgesetz sowie das Ordnungswidrigkeitengesetz. Darin ist alles geregelt. Wenn Hundehalter dagegen verstoßen, gibt es bereits heute ausreichend Möglichkeiten zu handeln."

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