Lesung : Beklemmende Schicksale aus dem Grenz-Alltag

In ihrem Buch beschreibt Dr. Sandra Pingel-Schliemann konkrete Grenzschicksale aus Mecklenburg.
In ihrem Buch beschreibt Dr. Sandra Pingel-Schliemann konkrete Grenzschicksale aus Mecklenburg.

Dr. Sandra Pingel-Schliemann stellt am 20. Februar ihre Forschungen zur regionalen Geschichte vor

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18. Februar 2014, 00:32 Uhr

Anschaulich und erschütternd – am Samstag, 22. Februar um 10 Uhr, stellt Dr. Sandra Pingel-Schliemann im Grenzhus Schlagsdorf ihr Buch „Ihr könnt doch nicht auf mich schießen! – Die Grenze zwischen Lübecker Bucht und Elbe 1945 bis 1989“ vor. Dr. Andreas Wagner vom Grenzhus Schlagsdorf freut sich: „Das ist eine tolle Forschungsleistung. Der abstrakte Fakt der Grenze wird durch Beispiele aus der Region sehr konkret dargestellt.“

Die Autorin wird in einem Vortrag wichtige Ergebnisse zusammenfassen und sich anschließend den Fragen des Publikums stellen. „Bei ihren Forschungen hat sie auch mit uns im Grenzhus zusammengearbeitet. Ich hoffe nun, dass das Buch das Gespräch anregt“, so Dr. Andreas Wagner. Eingeleitet wird die Buchvorstellung durch die Landesbeauftragte M-V für die Stasiunterlagen, Anne Drescher, die das Projekt förderte und dann auch veröffentlichte.

Auf mehr als 250 Seiten eröffnet das Buch erstmals einen systematischen Überblick zur Entwicklung des DDR-Grenzregimes an der ehemaligen 231 km langen innerdeutschen Grenze zwischen Mecklenburg und den westdeutschen Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Autorin betrachtet die regionale Entstehung der Grenze, den Ausbau der DDR-Sperranlagen und das Funktionieren des DDR-Grenzregimes. Sie forschte in den Archiven des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen, im Bundesmilitärarchiv und anderen Quellenbeständen. Sandra Pingel-Schliemann recherchierte Opferzahlen und stellt deren Schicksale vor. Die Autorin suchte Antworten auf noch heute offene Fragen: Welche Folgen hatte die Teilung für die Mecklenburger? Wie gestaltete sich das Leben und der Alltag im DDR-Grenzsperrgebiet des Nordens? Wie war das Grenzregime dort aufgebaut? Wer beteiligte sich an der Überwachung der Grenze? Wie versuchten Menschen, diese Grenze zu überwinden? Wie viele Todesopfer gab es in den nördlichen Grenzkreisen? Ereignisse und Schicksale aus den nördlichen DDR-Grenzkreisen machen das Buch zu einem anschaulichen und erschütternden Bericht über die Voraussetzungen, Bedingungen und Folgen des DDR-Grenzregimes.

Anmeldungen und weitere Informationen zu dieser Veranstaltung gibt es unter der Telefonnummer 038875-203 26 oder E-Mail: info@grenzhus.de.


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