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Pferde und Klassik : Beifallsstürme auf dem Zuchthof

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Reiter und Musiker nahmen Besucher von „Pferde und Klassik“ mit auf eine Reise nach Argentinien

svz.de von
erstellt am 21.Sep.2014 | 23:24 Uhr

Er ist schon ein wenig abgeklungen, der WM-Erfolgsrausch nach dem sensationellen Endspiel gegen Argentinien vor fast genau zwei Monaten. Da passte es ganz gut, dass die zehnte Gadebuscher Auflage von „Pferde und Klassik“ auf dem Zuchthof Makowei ihre Besucher noch einmal ins Land des Endspielgegners entführte. Argentinien, Gauchos, Schafe: „Unsere Thematik passte, aber das war Zufall“, erzählt Gerhard Schotte, der engagierte Gadebuscher Zahnarzt im Ruhestand, zusammen mit Gestütsbesitzer Lothar Makowei verantwortlich für die Organisation des Events.

Gabriele und Wolfgang Jenge aus Lützow, dem Geburtsort von Lothar Makowei, sind fast jedes Mal dabei gewesen: „Wir haben nichts mit Pferden zu tun, aber das hier sollte sich kein Mecklenburger entgehen lassen.“

Der Nachmittag war der Reiterei gewidmet. Mensch und Pferd tanzten zu Tangorhythmen, kleine Conchitas zeigten ihr Können, ein charmanter Pas-de-Deux geritten in südamerikanischem Outfit und Gadebuscher Gauchos, die zu Pferd eine Herde Schafe an den Zuschauern vorbei trieben. Original-Gauchos hätten es nicht besser machen können. Dabei kannten Mensch und Pferd die Schafe bis dahin nur als Lieferant von Wolle und Käse oder als Konkurrent beim Grasfressen.

Dressur der schweren Klasse bot der diesjährige Landesmeister Mecklenburg Vorpommern, Ronald Lüders. Hochzeitskutsche, Friesengespann und allen voran die Kutsche des zum argentinischen Schafbaron ernannten Lothar Makowei gaben ein stimmungsvolles Schaubild.

Der Zuchthof Makowei steht für Springreiterei. Eben noch als Schaftreiber unterwegs, traten die beiden im großen Springsport erfolgreichen Familienmitglieder Philip Makowei und Thomas Kleis in einem spektakulären Springduell „Deutschland gegen Argentinien“ gegeneinander an, das kaum weniger packend war als das WM-Finale. Aber deutlich dichter am Publikum. Zusammen mit vier weiteren Reitern galt es, zwei nebeneinander aufgebaute Hindernisreihen in Bestzeit zu überwinden. Mit sichtlichem Spaß jenseits der Turnieretikette fetzten die Reiter über die Stangen, dass der Sand nur so flog und die Zuschauer ein paar sandige Souvenirs mitnehmen konnten. Ehrensieg für Gaucho Kleis. Moderator war kein anderer als Christian Schacht, international begehrter Pferdekenner, Turnierrichter und Kommentator.

Dann wurde es klassisch. Wie in den Vorjahren wartete in der Reithalle eine Bühne auf die Schweriner Staatskapelle unter Generalmusikdirektor Daniel Huppert. „Wenn sie drinnen keinen Patz finden, nehmen sie ihren Stuhl mit hinein und setzten sie sich, wo immer sie es schön finden“, ermunterte Schotte die Zuschauer.

Vom Kleinkind bis zur Großeltern-Generation: Ein ungewohntes Publikum für die griechische Sopranistin Stamatia Gerothanasi und die baskische Mezzosopranistin Itziar Lesaka, die mit Huppert stilecht per Kutsche vor die Bühne gefahren wurden.

Beginnend mit dem Brazilian Medley, nach etlichen Zugaben endend mit dem Radetzki-Marsch: Südamerikanische Klänge, aber auch Schostakowitsch, Williams und Strauss gab es zu hören. Von Volks- über Filmmusik, bis zur Operette und Oper reichte das Genre-Spektrum. „Es war eine tolle Atmosphäre.“ Lesaka und Gerothanasi waren gleichermaßen begeistert.

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