Behinderte missbraucht? Verdacht gegen Rentner

In dieser sozialen Einrichtung  soll der Fahrer gearbeitet haben.
In dieser sozialen Einrichtung soll der Fahrer gearbeitet haben.

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21. April 2010, 09:45 Uhr

Grevesmühlen | Ein Mann aus Nordwestmecklenburg steht im Verdacht, sich an geistig behinderten Frauen vergangen zu haben. "Wir ermitteln gegen einen Rentner aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg wegen einer Sexualstraftat, die er an zwei geistig behinderte Frauen verübt haben soll", bestätigte gestern die Polizei auf SVZ-Anfrage. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich bei dem Verdächtigen um einen ehemaligen Grevesmühlener Stadtvertreter handeln. Bis zum vergangenen Jahr war er noch in Ausschüssen der Kreisstadt Grevesmühlen aktiv.

Frühere Fraktionskollegen zeigten sich geschockt, wollten sich aber nicht an Spekulationen beteiligen. Wie die SVZ erfuhr, soll der Rentner sich über einen Zeitraum von mehreren Jahre an den behinderten Frauen vergangen haben. Der Verdächtige war als Kleinbusfahrer für ein soziales Werk tätig und beförderte die Frauen von zu Hause aus zu den Werkstätten. Konkret wollte sich die Polizei zu dem Fall nicht äußern. Sie ermittelt aber wegen des Missbrauchs Schutzbefohlener, sagte ein Sprecher. Bei der Staatsanwaltschaft ist der Fall nach eigenen Angaben bekannt, aber es liegen noch keine Akten vor. Nach Informationen unserer Zeitung hat der Mann aus Grevesmühlen die Bewohner des Heimes in Kirch Mummendorf mit einem Kleinbus in Behindertenwerkstätten gebracht. Auf dem Weg dorthin soll er mit den behinderten Frauen in einen Wald bei Parin gefahren sein und sie dort sexuell missbraucht haben. Die Eltern eines der Opfer haben offenbar Anzeige bei der Polizei erstattet.

Der Mann arbeitet inzwischen nicht mehr bei der Diakonie. Er wurde entlassen, bestätigte eine Sprecherin.

Der Beschuldigte ist auch Mitglied in einem jagdlichen Schießsportclub in Grevesmühlen. Die Jagdbehörde des Landkreises Nordwestmecklenburg soll ihm die Waffen inzwischen abgenommen haben.

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