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Polizeieinsatz in Grevesmühlen : Beamte beenden Veranstaltung im „Thinghaus“

vom
Aus der Redaktion der Gadebusch-Rehnaer Zeitung

Wismarer Polizeibeamte verbieten Musikveranstaltung im bekanntenTreffpunkt der rechten Szene

svz.de von
erstellt am 05.Aug.2014 | 07:30 Uhr

Der Polizei gelang es erneut ein Zeichen im Kampf gegen den Rechtsextremismus in der Region zu setzen: Beamte der Polizeiinspektion Wismar verhinderten eine Musikveranstaltung in der rechten Szene. Diese sollte im Laufe des Sonntagnachmittages im Grevesmühlener „Thinghaus“ stattfinden.

Aufgrund dieser Information überprüften die Polizisten an drei eingerichteten Kontrollstellen bis in den späten Abend hinein insgesamt 168 Personen von denen 62 polizeilich bereits bekannt waren – ein Großteil von ihnen mit der Begehung politisch motivierter Straftaten. Dabei wurden u.a. Besucher aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Hamburg kontrolliert.

Gästen der der Veranstaltung wurde durch die Polizei ein Platzverweis ausgesprochen. Bei einem der Beteiligten fanden die Beamten unter anderem eine Schreckschusswaffe und einen Totschläger. Die Gegenstände wurden sichergestellt und eine Strafanzeige wurde angefertigt.

Da von Besuchern und Verantwortlichen laut Polizei zur Art des Treffens „widersprüchliche und wahrheitswidrige Angaben gemacht wurden“, verbot die Polizei diese Veranstaltung.Die Beamten gingen davon aus, dass es zu Straftaten kommen könnte.

Dafür mussten alle bereits anwesenden Gäste das „Thinghaus“ verlassen. Bei der Überprüfung dieser Anwesenden wurde eine Führungspersönlichkeit der rechtsextremistischen Musikszene festgestellt und ein Platzverweis ausgesprochen.

Die Kontrollen der Polizei wurden durch einen aggressiv auftretenden Mann behindert. Nach Angaben der Beamten handelte es sich um einen Vertreter der NPD. Während des Einsatzes griffen acht Rechtsextremisten die Polizisten an.

Parallel zur Räumung des „Thinghauses“ wurde vom Amtsgericht Schwerin die Durchsuchung des Lokales veranlasst. Ziel war es, die Angreifer der Polizisten zu stellen. Diese hatten sich unter die Besucher im „Thinghaus“ versteckt. Die Beamten identifizierten dabei zwei Beschuldigte.

Nach Einschätzung des Landesverfassungsschutzes ist das „Thinghaus“ ein Treffpunkt der rechtsextremistischen Szene. In einer Broschüre werde es als „Versammlungshaus der gesamten nationalen Bewegung“ bezeichnet. In dem Haus sollen laut Verfassungsschutzbericht verschiedene rechtsextremistische Organisationen, wie die NPD mit ihrer Jugendorganisation, der ,Freundeskreis Thinghaus‘, Mupinfo, der ,Ring Nationaler Frauen‘ (RNF) oder das ,Netzwerk für Tolerie und Demokranz‘, ansässig sein.

 

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